Nägel mit Schröpfen
Nach dem unsäglichen "Hellraiser: Revelations" konnte es für die Reihe nur bergauf gehen. Und "Judgment" schafft das auch zumindest. Minimal. Mit seiner "Saw"- und "Sieben"-artigen Herangehensweise führt er die alteingesessene Reihe wieder in etwas bewährtere Fahrwässer und lässt ein paar Ermittler auf der Spur eines bizarren Serienmörders mit den neuen Plänen der Cenobiten aneinanderprallen...
Genauso wie viele mittlere Teile der Reihe (5,6,7) wirkt "Judgment" ganz klar wie ein dreckiger Thriller der 00er, der nichts mit dem Franchise zu tun hatte und dem irgendwann in seiner Produktion "einfach" der "Hellraiser"-Mantel übergestülpt wurde. Das ist unübersehbar, das spürt man in jeder blutenden Pore. Ein weiterer abgründiger Serienkillerthriller - nun eben mit offenen Wunden, scharfen Ketten und ewigen Schmerzen. Oder so ähnlich. Das ist durchaus atmosphärisch und vergilbt, verstrahlt und verzerrt. Das hat seine kranken Momente. Und das ist wie gesagt kein Vergleich zum Tiefpunkt der Reihe. Und trotzdem würde ich "Judgment" weder als guten Film noch als guten "Hellraiser" beschreiben. Vor allem von Letzterem ist er meilenweit entfernt. Pinhead gibt's kaum - und wenn, dann sieht er immer noch bescheiden aus. Die Verbindungen zur Lore sind mehr als lose. Wirklich Sinn macht das alles kaum. Und außer Fetischs, Sauereien, Innereien und visuellem Flair gibt's hier nicht allzu viel zu holen. Aber das ist ja immerhin auch schon etwas. Teil 10 ist vielleicht kein gänzlicher Satz mit X - aber eine Frischzellenkur oder ein feiner 1-Off sehen ebenso ganz anders aus...
Fazit: ein paar atmosphärische, thrillerartige Phasen und Perversitäten helfen "Hellraiser: Judgment" nur bedingt. Die Reihe brauchte immer noch einen kompletten Neustart!