„Go“ ist einer dieser wunderbaren Filme, von denen man nicht so oft welche zu Gesicht bekommt. Deswegen wundert es mich auch nicht, dass der Film in Japan ein großer Erfolg war, vielleicht auch wegen der Thematik
Als sogenannter „Zainichi“ hat es Sugihara (Yôsuke Kubozuka) nicht leicht in Japan. Mit seinen koreanischen Wurzeln sorgt er immer wieder für Zoff und Schlägerein in seinem Umfeld. Und als Koreaner ist man in Japan eh bei allen unten durch, aus geschichtlichen Gründen.
Auch das Familienleben ist nicht wirklich besser. Nach einer Prügelei wird Sugihara noch direkt bei der Polizei von seinem Vater, einem ehemaligen Boxer, derbe verprügelt. So spart man das Gericht, meint der Vater. Auch haut die Mutter mal immer wieder vom Vater ab, und ist dann doch irgendwann wieder da.
Doch Sugihara will sich verändern. Er will studieren und von einer koreanischen Schule auf die japanische Oberschule wechseln. Mit seinem neuen Freund Jong-Il kann er über viele interessante Dinge reden.
Auf einer Party eines Freundes, dessen Vater ein Yakuza Mitglied ist, setzt sich plötzlich das Mädchen Tsubaki Sakurai (Kou Shibasaki) neben ihn. Sie weiß erstaunlicherweise viel von Sugihara. Beide verschwinden von der Party und gehen zu einem Schulhof, wo sie reden und Sakurai dem doch etwas überrumpelten Sugihara mit ihrer erfrischenden Art klarmacht, dass sie sich jetzt öfter sehen sollen.
Beide verlieben sich ineinander und es könnte für Sugihara so weitergehen, doch das Glück hält nicht lange. Jong-Il wird umgebracht und die Bezeihung zu Sakurai scheitert, als er ihr beichtet, dass er in Wirklichkeit Koreaner ist. Denn Sakurais Vater sagt, dass sowohl Chinesen als auch Koreaner, „schmutziges Blut“ haben...
„Go“ einfach zu beschreiben, fällt nicht leicht. Uns erwartet eine perfekte Mischung aus Drama, Liebesfilm und Komödie. Oft gibt es Zeitsprünge, in denen uns Sugihara sein Leben erzählt, immer mit den Worten“...es ist eigentlich eine Liebesgeschichte....“.
Loben muss man die Protagonisten. Yôsuke Kubozuka gibt Sugihara eine Vielzahl von Gesichtern. Mal unkontrolliert wild, ein Schläger, dann wieder ein ruhiger nachdenklicher Schüler, der sich Sorgen um seine Zukunft macht.
Auch Kou Shibasaki darf zeigen, was sie wirklich drauf hat. Kantte man sie vorher nur als kaltherzige Schülerin aus Battle Royale, die alles umbringt, was sich ihr in den Weg stellt, so zeigt sie sich hier von einer ganz anderen, erfrischenden Seite in der Rolle der Sakurai.
Beide sind ein Gewinn für den Film, hoffentlich wird da mehr kommen.
Der Film wird mit einem Zitat aus Shakespeares Romeos und Julia eingeleitet, das den Film einfach nicht besser treffen kann. Es soll ein Zeichen gesetzt werden, dass es doch eigentlich ganz egal ist, wo man herkommt, es zählt nur, wer man ist. Mit diesem Problem beschäftigt sich der Film, da die Beziehung von Koreanern und Japanern auch noch heute nicht so leicht sein dürfte.
Der Film wechselt durchgehend, einmal wird es brutal, dann muss man doch wieder laut auflachen (ich sage nur der Yakuza-Sohn und das Hirschgeweih), dann wird der Film wieder depressiv. Das „Finale“ ist wunderbar inszeniert, gleichzeitig wird uns obige Botschaft auf dem Weg gegeben, über die man auch länger nachdenkt.
Fazit: Für mich eine klare Filmperle aus Japan. Normalerweise bin ich nicht der Typ, der sich solche Filme anschaut, aber „Go“ zieht einen einfach in seinen Bann, dank der überragenden Hauptdarsteller. Wunderbar!