Review

kurz angerissen*

Vin Diesel hat wohl den Schuss aus der Lethal Weapon nicht gehört! Wie offensichtlich er zu alt für den Scheiß ist, spiegelt sich in jeder Szene, die er mit trägem, aufgedunsenen Grinsen kommentiert, so als nehme er nicht nur nichts und niemanden ernst, sondern auch nichts und niemanden mehr wahr. Wenn man sich als Zuschauer auf die Seite arroganter Agenten mit Spezialausbildung stellt, die das verkrampft Jugendliche des Hauptdarstellers mit einem nüchtern betrachtet durchaus gerechtfertigten Naserümpfen wahrnehmen, läuft doch irgendwas falsch.

Diesel fehlt vor allem die Fähigkeit zur Selbstironie, um den offensichtlichen Kontrast gebührend zu kommentieren, die über zwei Ecken gedachten Stunt-Neukreationen (Dschungel-Skiing, Wellen-Biking) mit einem zufriedenen Wohlstandskörper zu verbinden. Der Vorsprung zu Kampfmoppel Ice Cube schmilzt gerade in dieser Hinsicht bedenklich. Der Fremdkörper ist diesmal sein eigener, nicht die CGI-unterstützten Abenteuerparks, in die er hineinkopiert wird.

Das ist aber alles kein großes Wunder, da schon das als Bondstreifen aus dem Alternativlager vermarktete Original schreiend prollig war – und doch irgendwie als brauchbarer Extremsport-Actioner die Zeit überstanden hat. Teil 3 lässt immerhin das Käsige der unsäglichen ersten Fortsetzung vermissen und bietet dem Publikum anders als diese auch die Möglichkeit, den fehlenden Ironiefaktor aus eigener Tasche zu kompensieren. Das macht „xXx3“ bei richtiger Einstellung zur zünftigen Trashprobe, bei der man nicht nur Neymars Bälle schlucken muss.

*weitere Informationen: siehe Profil

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