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Die Schmach der klebenden Idioten


Für „Night of Something Strange“ muss man schon einen sehr tiefergelegten und eigenwilligen Geschmack haben. Oder einfach in der richtigen, pubertären und bierschwangeren Stimmung sein. Das war ich gestern. Zumindest etwas. Noch nicht genug, um das Fragwürdige und Gebotene zu feiern, aber zumindest um ihn nicht völlig zu verreißen. Doch diese Attacke der bizarren, notgeilen Zombies ist definitiv nicht für jedermann und legt die Latte immer und immer wieder tiefer. Das Niveau muss hier ein wahrer Meister im Limbo sein, um nicht zu verzweifeln. Ich kann also jeden Hate auf diese trashige Komödie in bester Troma-Manier verstehen, da man hier scheinbar wenig Gore, Story oder Spannung mit dafür umso mehr Peinlichkeiten, Perversitäten und Körperflüssigkeiten wet machen wollte. Geklappt hat das wie gesagt nur sehr sporadisch. Und auch nur bei, um es mal positiv zu nennen, „jung gebliebenen“ (Klein?)Geistern. Aber ist das nicht jeder manchmal?! Muss man nicht auch mal der Niveaulosigkeit und dem Schwachsinn fröhnen? Naja, kommt halt drauf an, wie tief man sich fallen lässt und wieviel Schranken man öffnet...

Das Ding ist zu lang. Das steht fest. Ein solches Amateurtrashfest mit Miniaturbudget sollte nicht an den 100 Minuten kratzen. Erst recht, wenn man dauernd nur auf asozialstem Humorniveau agiert. Selbst wenn man über gekaute Tampons, Sprühfurz ins Gesicht, Muschis mit Zähnen, dauergeile Untote, strunzdoofe Charakterschablonen, Killerpenisse und ätzenden Urin einigermaßen lachen mag - so lange nicht. Auch ich nicht. Auch betrunken und mit Kumpels nicht. Nein nein nein. Nur wie gesagt: seine Momente, die derart drüber und abartig waren, dass ich die Hände überm Kopf zusammengeschlagen habe, hatte dieser Quatsch mit viel Sauce. „Night of the Creeps“ meets „Scary Movie 2“ könnte man sagen. Nur in noch unreifer und dümmer und versauter. Tja, wenn man sonst nichts zu bieten hat, dann leckt man halt Arschlöcher... Es ist eben ein sinnbefreites Gross Out-Partyfilmchen für Schmerzfreie. Zumindest will er das sein. 

Fazit: schlechter Geschmack done... bad?! Diese Nacht der absonderlichen Ekeleinlagen ist Horrorcomedy-Trash der untersten, bizarrsten und billigsten Schublade. Früher hätten sich Tromaten danach die Finger geleckt... Dermaßen flach und tabufrei, geschmacklos und bescheuert, dass man schon fast wieder den Hut ziehen kann... zumindest mit einem Bier in der Hand. Und einem geleerten Kasten neben dem Tisch. An der Schmerzgrenze bei mir. In vielen Hinsichten. Immerhin. 

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