Review

Razorspeck


Australien ist das Land der Wildschweinhorrorfilme - nach dem in meiner Überschrift verwursteten 80er-Jahre-Wegweiser kommt nun Chris Suns „Boar“, in dem ein monströser Keiler im Outback einer gut gemischten Patchwork-Familie das Leben schwer macht...

„Boar“ ist purer Creature Feature-Fun, trashig und brutal, oft genug handmade und recht atmosphärisch in Szene gesetzt - man merkt sofort, dass hier das geringe Budget gut angelegt und jegliche realistische Ansätze über Bord geworfen wurden. Die Größe und Kraft des „Tieres“, die Verhältnisse und Sprüche innerhalb der seltsamen Familie, ein langer Kampf Nathan Jones vs. Monsterwildschwein. Hier bleibt kein Zelt auf dem anderen, hier sollte man sich unbedingt Bier bereit stellen. Aber warum nicht. Richtig viel falsch macht „Boar“ nie. Gerade das griffige Vieh und spektakuläre Kills bringen die Suppe oft genug zum Siedepunkt. Klar war das damals in den 80ern noch charmanter und sympathischer, klar fallen hier die wenigen CGI-Effekte massiv ab gegen die praktische Version des überdimensionalen Keilers, klar kümmert man sich nicht allzu sehr um die Figuren. Und wer bzw. wieviele Leute am Ende doch noch wie aus dem Nichts auftauchen und überleben, ist schlicht ein schlechter Scherz. Dennoch kann und will ich „Boar“ kaum böse sein. Er tritt in schöne Fußstapfen und versprüht Körperteile, Kurzweile und Keilersabber. 

Fazit: „Boar“ ist eine altmodische Wildschweinerei - und das ist durchaus positiv gemeint. Eine Art „Hatchet“ für das Tierterrorsubgenre. Kein „Razorback“, aber dennoch meist schön handgemacht, saftig, spaßig. Da kann man in Sachen Creature Feature nicht meckern. Ein Monstermatschwühler! Blöde Figuren und miserable Dialoge verhindern noch mehr. 

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