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Mitte der Neunziger fanden Studenten an einem See in Minnesota mutierte Frösche, was kurz darauf von diversen Instituten erforscht wurde, jedoch ohne Ergebnis. Regieneuling Jim Ojala, der aus eben jener Gegend stammt, sah darin Stoff für einen Horrorfilm, den er bereits im Sommer 2014 abdrehte. Die Post Produktion nahm sage und schreibe fast vier Jahre in Anspruch.

Die ehemalige Pop-Sängerin Kim (Lisa Sheridan) zieht mit ihrem elfjährigen Sohn Brody (Jonah Beres) von der Stadt ins ländliche Duluth in Minnesota, um sich um ihren an Krebs erkrankten Dad (Bruce Bohne) zu kümmern. Kurz nach ihrer Ankunft finden Spaziergänger mutierte Frösche, während im selben Gebiet einige Menschen spurlos verschwinden. Bei der Ursachenerforschung stößt Kim auf eine mögliche Belastung durch Pestizide, doch die deformierten Frösche waren erst der Anfang…

Die Erzählung kommt zunächst eher als Drama daher, welches sich ausgiebig den drei Hauptfiguren und deren Annäherung widmet. Die dazugehörigen Figurenzeichnungen fallen brauchbar aus, wodurch immerhin halbwegs sympathische Individuen auszumachen sind: Kim ist engagiert und keinesfalls zurückhaltend gegenüber den teils hinterwäldlerischen Einwohnern, gleiches gilt für ihren Sohn Brody, der sich in der Schule für ein behindertes Kind einsetzt, während sein Großvater für eine Handvoll grobschlächtiger Phrasen zuständig ist. Selbst der Bürgermeister bildet ausnahmsweise nicht das Klischee des unbelehrbaren Ignoranten.

In Sachen Tierhorror hält sich das Treiben jedoch recht bedeckt. Zwar kommen echte mutierte Frösche zum Einsatz, die während des Abspanns gar eine namentliche Erwähnung finden, doch lange Zeit ist keine wirkliche Bedrohung auszumachen, - es gibt weder einen Wettlauf gegen die Zeit, noch eine greifbare Gefahr. Folgerichtig ist kaum Bewegung im Spiel, aufgrund wechselnder Erzählstränge wird es allerdings nie langweilig. Zudem sorgen die Kulissen in Redneck-Land für etwas Stimmung, wozu die passable Kamera durchaus beizutragen weiß. Das Editing mit einigen recht ausladenden Überblendungen wirkt indes wie schwaches TV-Niveau und auch der Score fällt zu keiner Zeit auf.

Was allerdings auffällt, sind die handgemachten Effekte, die primär einige Mutationen beinhalten. Ein mutierter Säugling erinnert frappierend an den Latexklumpatsch aus „Basket Case“, wobei die Bewegungen arg nach Stop Motion aussehen. Später gesellt sich ein doppelköpfiges Raubtier hinzu, was ebenfalls nach Artefakt aus den Achtzigern riecht.
Die wenigen Gewalteinlagen können sich indes sehen lassen.

Obgleich das Tempo im letzten Drittel ein wenig anzieht und sogar ein wenig Action bietet, zündet die Pointe nur bedingt. Spannende Einlagen halten sich insgesamt in Grenzen, gleiches gilt für die wenigen Humoreinschübe. Dennoch weiß der Öko-Thriller mit passablen Mimen zu punkten, wobei einige lokale Randerscheinungen für die nötige Authentizität sorgen.
Ein über weite Teile sympathischer Streifen, der aufgrund seiner eher altmodisch anmutender Aufmachung eher ältere Semester ansprechen dürfte.
Knapp
6 von 10

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