Haufenweise Leichenfunde in regnerisch-düsterer Umgebung, Detective Cho, selbst durch manche Kollegen angefeindet, steht vor einer undankbar scheinenden Aufgabe. Cho und sein Team richten sich in einem leerstehenden Gebäude ein und ermitteln verdeckt. Der Killer verfügt über chirurgische Kenntnisse, wie es scheint, denn gekonnt setzt er aus mehreren Opfern verschiedene Körperteile zusammen. Die einzige Verbindung scheint die junge Chae Su-Yeon zu sein, an die der wortkarge Ermittler seine Arbeit klammert. Parallelen zu "Sieben" sind offensichtlich, im Gegensatz zum amerikanischen Pendant steigt hier nicht der Actionanteil mit der Zeit an, sondern die Figuren werden besser beleuchtet, was die anfängliche Verwirrung um manche Person etwas herausnimmt. Regisseur Chang Yoon-Hyun legt viel Wert auf den ungreifbaren Teil der Story, mysteriös bleibt "Tell Me Something" bis zum Schluss. "Tell Me Something" ist zwar kein Splatterfilm, doch es wird viel Blut vergossen. Die Inszenierung wirkt ästhetisch doch respektlos, wenn z.B. eine Carambolage entsteht, nachdem ein LKW einen Sack voll Leichenteilen blutspritzend überfahren hat. Bei sichtbaren Morden ist man meist zurückhaltend, eine Szene erinnert dann doch qualitativ an Dario Argento zu seinen besten Zeiten. Die Masse macht es kaum, weder an Gewalttätigkeiten noch sonstigen Effekten, und genau dieses Understatement unterscheidet diesen schicken Thriller von abgelutschten Plagiaten um immer die gleichen stereotypen Serienkiller. Fast ständiger Regen und eine kühle, blaue Thrillerausleuchtung, snuffartige Videomitschnitte und eine teils morbide Grundstimmung, die den Film begleitet, stellen ihn, in Verbindung mit dem Plot, aus der Menge heraus, auch für atmosphärisch Verwöhnte. Besonders interessant ist der Dreh, die attraktive Chae zu ihrem Schutz bei Det. Cho wohnen zu lassen, der genauso wie der Zuschauer nicht im Klaren darüber scheint, ob sie eigentlich Opfer oder Täterin ist. Gute, unaufgesetzte Darsteller, denen man ihre Rollen abnimmt, gehören auch nicht zum Standard des neuen koreanischen Schock-Kinos und wissen hier zu unterhalten. Abgesehen von ein paar Logiklöchern kann "Tell Me Something" atmosphärisch und darstellerisch vor Klonen wie "H" oder "Another Heaven" punkten. Der Soundtrack ist ganz nett, manchmal vielleicht zu nett, mit vielen gefälligen Beats, selbst bei NickCave im Remix.
Fazit: Überdurchschnittlicher Serienkiller-Thriller, schön fotografiert und mit nur kleinen Schwächen. 7/10 Punkten