Bryan Cranston spielt den Besitzer einer kleinen Druckerei, der ausgerechnet an seinem Geburtstag erfährt, dass seine Tochter schon seit Monaten in einer festen Beziehung ist. Der Schock sitzt zunächst tief, da er dieser immer sehr nahe stand, doch über die Weihnachtsfeiertage bietet sich schließlich für ihn, seine Frau und seinen Sohn die Gelegenheit, den potentiellen Schwiegersohn, gespielt von James Franco, bei einem Besuch in Kalifornien kennen zu lernen. Dieser, ein Internetmillionär, überfährt den Vater seiner Freundin nicht nur direkt mit dem Wunsch, die Tochter zu heiraten, sondern zieht mit seiner ordinären und direkten Art ganz schnell das Misstrauen des Schwiegervaters in spe auf sich.
Schwiegersohn und Schwiegervater können einander bekanntlich nicht aussuchen, geht es doch für beide um einen geliebten Menschen, für den der Vater nur das Beste will - also auch den bestmöglichen Schwiegersohn. Da sind Konflikte mitunter vorprogrammiert, insbesondere dann, wenn das Aufeinandertreffen von Schwiegervater und Schwiegersohn so abläuft wie in Jay Roachs Komödie „Meine Braut, ihr Vater und ich“. Überhaupt ist diese Thematik, die sich kaum besser für eine Komödie eignen könnte, schon etliche Male aufgegriffen worden wie auch in „Das Schwiegermonster“ oder „Guess Who“. Anders als in den genannten Filmen hat der Schwiegervater in „Why Him?“ aber allen Grund mit dem Schwiegersohn zu fremdeln. Denn der ist mindestens genauso ordinär und unflätig wie der gesamte Film.
Dabei hat „Why Him?“ durchaus auch seine lustigen Momente. Die gehen meist auf das Konto des bestens aufgelegten James Franco, der die Rolle des exzentrischen und unflätigen Millionärs regelrecht zelebriert, mit seiner naiven und spätpubertären Art aber auch durchaus sympathisch erscheint. Witzig ist der gesamte Habitus des Sonderlings, der in seinem Haus (meist sexuell anstößige) Kunstwerke hortet und als Entwickler des Computerspiels „Ape Assassins“ u.a. zwei übergroße Skulpturen bis unter die Zähne bewaffneter Gorillas in seinem Garten stehen hat. Er wohnt in einer „papierlosen“ Villa mit umständlichen Toiletten, einem exzentrischen Butler und dem penetranten, von Kaley Cuoco eingesprochenen, allgegenwärtigen Hauscomputer, einer witzigen Version aber nicht minder beängstigenden Version von Stanley Kubricks HAL 9000.
Vieles, insbesondere die Dialoge, sind aber allzu ordinär, niveaulos und zum Fremdschämen peinlich. Dabei standen Regisseur John Hamburg, der unter anderem „…und dann kam Polly“ verfilmt hat, eine ganze Reihe Comedy-Experten zur Seite, Shawn Levy und Ben Stiller als Produzenten und Jonah Hill als einer der Drehbuchautoren. Aber auch sie konnten nicht verhindern, dass „Why Him?“ vor allem auch loses Stückwerk geworden ist. Es scheint, als habe man mit aller Macht eine Reihe abstruser Situationen, einige Gastauftritte und Gags unterbringen wollen und dabei wenig Wert auf einen roten Faden gelegt. Insbesondere beim konfusen Showdown wird das überdeutlich. Zwei weitere Schwächen sind die etwas zu hohe Laufzeit und der hart an der Grenze zum Overacting agierende Bryan Cranston, der in die Sitcom-Muster aus seinen Zeiten bei „Malcolm mittendrin“ zurückfällt. Auch wenn es nicht seine Art ist, hätte er sich neben dem extrovertierten Franco besser auf die Rolle des stoischen Gegenparts verlegt.
Fazit:
„Why Him?“ ist eine dieser derben US-Komödien, die auf dem schmalen Grat zwischen Kurzweil und Fremdscham balancieren, wobei die Grenzen des guten Geschmacks leider ein bisschen zu oft überschritten werden. Dank des bestens aufgelegten James Franco und seiner witzigen Film-Villa dennoch unterhaltsam - aber zu lang.
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