Review

kurz angerissen*

Dass Regisseur John Hamburg an den Drehbüchern der „Fockers“-Trilogie um Ben Stiller und Robert De Niro mitwirkte, sieht man auch seiner jünsten Regiearbeit „Why Him“ an. Bryan Cranston und James Franco stellen lediglich eine Umkehrung der Machtverhältnisse zwischen Schwiegervater und -Sohn dar; es ist diesmal der Jüngere, der das Heft in die Hand nimmt und den Älteren in den Wahnsinn treibt, und das nicht etwa mit Misstrauen – wie könnte man auch dem Vater seiner Frau mit Misstrauen begegnen – sondern mit ungebremster Zuneigung.

Dass wieder der große Erwachsenenspielplatz eines stinkreichen Charakters als skurriler Schauplatz dient, gehört ebenso wie die ans Buddy-Genre angelehnte Männerkonstellation zu den Klischees der Komödien-Subsparte um Verwandtschaftsbeziehungen. Er erlaubt hier ein paar verrückte Spielereien im Umgang mit Haushaltshelfern, die den Weg in den alltäglichen Hausgebrauch noch nicht gefunden haben (Stichwort Toilettenspülung), mit Kunstgeschmack und Zeitvertreib. Für einen James Franco, der in „The Interview“, „Das ist das Ende“ oder „Spring Breakers“ ständig in derartiger Umgebung unterwegs ist, stellt das bereits Routine dar. Ihm bietet sich wieder reichlich Gelegenheit, seine Umgebung mit einem knautschigen Ausdruck der Dauerfreude zu verwirren. Seine Figur ist reines Comic Relief und soll Cranston sowie dessen Familie in erster Linie mit seinem unkonventionellen Verhalten verwirren; was anfangs nach reinem Sarkasmus aussieht, entpuppt sich schließlich als authentische Gastfreundlichkeit, ein Wesenszug, der in dieser geballten Konzentration nur in modernen US-Komödien zu finden ist.

Die zwischen hysterisch und peinlich pendelnden Gagabfolgen haben zwar ein paar überraschend charmante Momente in petto und lassen Brachialattacken aus dem Hause Sandler & Co. immer noch weit hinter sich zurück, heben sich von der Mainstream-Comedy-Schule jedoch nicht weit genug ab, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wer aber Franco und Cranston in den unmöglichsten Verrenkungen erleben will, kommt auf seine Kosten.

*weitere Informationen: siehe Profil

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