Review

kurz angerissen*

Gott bewahre... Hollywood hat die Polysemie von Wörtern entdeckt! Wird die berüchtigte deutsche Titelschmiede dumme Wortspiele demnächst schon fertig geschnürt aus den USA importieren können? „Monster Trucks“ wörtlich zu nehmen, kann nur dem naiven Geist eines Kindes entspringen (bei der Gelegenheit erinnere ich mich, dass ich als Kind Angst vor Autoschlangen hatte...), und tatsächlich... die Idee stammt nicht vom schlecht bezahlten Autorenteam des Studios, sondern vom vierjährigen Sohn des Paramount-Chefs.

Rückblickend kann man ja froh sein, dass es „nur“ um ein Glitschmonster in einem Truck geht – man hätte ja auch etwas über Hitze erzeugende Hunde drehen können, die im Winter von bösen Menschen an die Wohnzimmerwand gekettet werden, um das Ganze dann „12 Years A Hot Dog“ zu nennen. Trotzdem... die Grundidee ist so befremdlich, dass man sich zu keinem Zeitpunkt völlig auf sie einlassen kann. Auch nicht, wenn dieses als Jugendabenteuer aufgezogene Familienprodukt so tut, als sei es völlig selbstverständlich, eine Geschichte über Monster Trucks zu erzählen, bei denen sich tatsächlich ein Monster unter der Haube befindet.

Chris Wedge ist in gewisser Weise natürlich der richtige Mann am richtigen Ort für so etwas, auch wenn er zuvor noch nie einen Realfilm gedreht hat. Die debile Fratze des quallenartigen Ungetüms im Motorraum lässt allerdings sogar die Züge von Faultier Sid erahnen und allgemein ist die Story so spinnert und doch harmlos genug, um mit „Ice Age“ völlig kompatibel zu sein.

Der damals 26-jährige Lucas Till wirkt zwar in der Hauptrolle ein wenig wie ein großer Junge im Spielzeugland, ist aber sichtlich um Lockerheit bemüht (Widerspruch bemerkt?). Sympathisch wirkt die Freundschaft zwischen dem Autofreak und der knautschigen Alien-Kreatur ohne Frage, gleichwohl aber im Aufbau äußerst unrund und immer entlang der Klischees gebaut.

Fast zufällig stolpert sich der Plot immerhin zu einem halbwegs turbulenten Erlebnis, das zumindest nicht in Ödnis absäuft, so schusselig es auch umgesetzt sein mag. Satte Farben und schicke Impressionen der in North Dakota angelegten Schauplätze sorgen noch für ein Hochglanzfinish und man fühlt sich den Abend lang beinahe gut aufgehoben – bis man sich wieder daran erinnert, worum es hier eigentlich geht...

*weitere Informationen: siehe Profil

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