Wie mag das filmische Konzept der Macher von "Freibeuter des Todes" damals im Jahre 1980 ausgesehen haben? Aus dem Endergebnis lässt es sich nicht wirklich erschliessen aber gewisse Elemente des Slasherfilms, Piraten-, Action- und Trashfilms lassen sich doch ausmachen. Allerdings kann von klassischem Horror hier absolut keine Rede sein, vielmehr von einer teilweise hoch unterhaltsamen Parade unfreiwilliger Komik und schlecht gemachter Effekte. Dabei fängt Michael Ritchies "The Island" eigentlich mit zwei brutalen Überfällen auf ahnungslose Touristenboote ganz nett an und erinnert dabei vom Stil her durchaus an die kultigen Italo-Streifen der späten 70er-Jahre. Masken sind stets eindeutig als solche zu erkennen, die Action wirkt holprig und das Blut darf recht ansehlich fliessen - soweit so gut. Gerät Journalist und Familienvater Michael Caine aber erstmal nach einigen filmischen Längen mitsamt Sohnemann in die Fänge der von David Warner angeführten Piraten, gibts für die Lachmuskeln jedoch kein Halten mehr. Zwischen den grenzdebilen Dialogen der durchgeknallten Freibeuter gibts zwar weiterhin hin und wieder etwas Folter und zum Ende hin auch eine wüste Metzelorgie an Bord eines Bootes der US-Küstenwache, ernstzunehmen kann man das Ganze aber einfach nicht mehr! Dazu sind die Dialoge einfach zu abstrus, ebenso so mancher Einfall der Marke KungFu-Fighting.
Ich frage mich ernsthaft wie solch bekannte Namen wie Caine und Warner sich in diesen gänzlich anspruchslosen und wirr zusammengeschusterten Trasher verirren konnten. Immerhin ist das piratische Treiben letztlich wieder schlecht genug, daß es zusammen mit einem - oder besser mehreren - Ka(ä)sten Bier schon wieder einen echten Partykracher für den Videoabend im Kreise der genreerprobten Kumpels darstellt.
Unter den letztgenannten Vorraussetzungen würde ich schon stark zu 8 von 10 möglichen Punkten tendieren. Im wahrsten Sinne des Wortes nüchtern betrachtet, sind mehr als 2 Points aber nicht vorstellbar, weswegen ich die goldene Mitte von sicheren 4 Punkten wähle. Es stellt sich schließlich noch die Frage, ob die deutsche Fassung gekürzt wurde. Instinktiv würde ich dies vermuten, allerdings fehlt mir der Vergleich. Soviel sei aber sicher: Wenn zusätzliches Gore irgendwo für echte Zusatzunterhaltung sorgt, dann hier!