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Der Reporter Blair Maynard fährt mit seinem Sohn in die Karibik, um hinter das Geheimnis von im Bermudadreieck verschwundenen Booten zu kommen. Sehr bald findet er die Lösung: Nachkommen von Freibeutern aus dem 17. Jahrhundert kapern ganz nach Art ihrer Vorfahren alles, dessen sie habhaft werden können.

Was mir an Freibeuter des Todes am meisten fehlt ist ein Audiokommentar der Regisseure, denn was sich die Macher an großen Teilen des Films gedacht haben ist mit handelsüblichen Drogen kaum noch zu erklären. Was hier geboten wird ist ein ganz kruder Mischmasch aus Piraten, Horror, Vater/Sohn Drama, Abenteuer und einem Schuß Robinsonade, wie es sie in der Form wohl kein zweites Mal gibt und in der Mitte ein verdutzter Weltstar Michael Caine, der im Geiste wohl gerade seinen Manager fristlos gefeuert hat.
Im Zentrum stehen ein Vater mit dem Sohne, die auf einer Insel der Bahamas von einer Gruppe Freibeuter festhegalten werden, die dort seit etwa 300 Jahren ungestört ihre uralten Gesetze und Gebräcuche abseit der Zivilisation pflegen. Da dies naturgemäß auch eine lange Periode von Inzucht mit sich führt, besteht der zerlumpte Haufen auch zumeist aus zahnlosen, etwas zurück gebliebenen Typen besteht (also das ostkaribische Gegenstück zu den Südstaaten Rednecks), die dann auch noch in unbeholfener Kindersprache unkohärenten Blödsinn verzapfen. Ergo der Zuschauer hat so ziemlich lange keinen Durchblick, was da eigentlich vor sich geht.
Die Truppe wird sogar im Mittelteil als recht knuffiger Haufen dargestellt, was allerdings mehr Wirkung hätte, wenn die Inzesttruppe nicht jeweils zu Anfang und am Ende prächtig amüsiert ganze Schiffsbesatzungen ausradieren, inklusive Erschießung der Gefangen, auch der weiblichen. Am Ende findet Held Blair allerdings ein Bordgeschütz und macht die bisherigen Kindertauglichkeit des Werkes endgültig zunichte.
Die Reihe der Merkwürdigkeiten könnte beliebig fortgesetzt werden. Geboten werden zudem noch Kung Fu Kämpfe, Kinderbrainwashing, die höchste Anzahl vergeblicher Fluchtversuche (ich hab vier gezählt), ein psychologisch unerklärtes hingerotztes Happy End usw, die mir dann doch die Frage aufwerfen, welche Zielgruppe hier eigentlich angesprochen werden sollte. Aus Trashsicht ist der Film natürlich eine wahre Fundgrube, über die ich mich eigentlich gut amüsiert habe. Den Streifen liebt man entweder oder zerhackt die DVD nach 30 Minuten mit der Axt.
6/10

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