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Ein faszinierendes Mysterium voller ungelöster Fragen ist das Thema, was nach dem Tod folgt und ob überhaupt etwas folgt. Bereits Kinder fragen, wie es sich wohl anfühlt tot zu sein, - doch wer will darauf eine Antwort geben? Regisseur und Co-Autor Charlie McDowell liefert ein paar interessante Teilantworten und philosophische Ansätze, verliert jedoch nach einer Weile den Fokus ein wenig aus den Augen.

Thomas Harper (Robert Redford) hat nach jahrzehntelanger Forschung herausgefunden, dass es eine Existenz nach dem Tod gibt, woraufhin die allgemeine Suizidrate steil nach oben steigt. Auf einer Insel forscht er im Geheimen weiter, als ihn sein Sohn Will (Jason Segel) aufsucht und kurze Zeit später Isla (Rooney Mara) anschleppt, deren Suizid er gerade noch verhindern konnte. Gemeinsam recherchieren sie im Umfeld eines frisch Verstorbenen und kommen bald einem düsteren Geheimnis auf die Spur…

Auf psychologischer und philosophischer Ebene werden ein paar fesselnde Thesen in die Runde geworfen, die im Verlauf leider zu wenig vertieft werden. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, ist dieses ein gänzlich anderes und sind damit sämtliche Erinnerungen ausgelöscht oder gibt es eine zweite Chance, Fehler der ersten Existenz zu korrigieren?
Es wird nie ganz ausformuliert, was diese ominöse Maschine aufzeichnet, ob Erinnerungsfragmente, Wunschgedanken oder eine andere Realitätsebene, zumal sich die Erzählung im Verlauf verstärkt auf die Figuren konzentriert und die Gedankenspiele um die titelgebende Entdeckung ein wenig vernachlässigt.

So hat nahezu jede Figur Tragödien der Vergangenheit zu verarbeiten, was recht individuell geschieht und im Fall von Isla und Will zu einer Art Romanze führt. Dazwischen ergeben sich sogar Momente rabenschwarzen Humors, nur auf emotionaler Ebene zündet die Angelegenheit kaum. Dazu passen die sparsam ausgestatteten Sets, die Insel mit dem leicht versteckt liegenden Anwesen und der zurückhaltende Score, was insgesamt eine leicht melancholische Atmosphäre versprüht.

Was indes überrascht, ist ein finaler Twist. Und zwar die Tatsache, dass überhaupt eine erzählerische Wendung folgt, da die Geschichte in überschaubaren Bahnen verlief, bis eben jene Erklärung geliefert wird, die mit einigen Logiklöchern einher geht. Zumindest wird dadurch die Interpretationsfreudigkeit des Betrachters angeregt und es wird eine von vielen Möglichkeiten aufgezeigt, was denn nun im Falle des Todes passieren könnte.

Dennoch ist es schade, dass McDowell die anfänglich interessanten Ansätze nicht weiter vertieft und eher konventionellen Verlaufsmustern folgt, welche im Mittelteil merkliche Längen aufweisen und insgesamt nur selten Spannung erzeugen. Darstellerisch ohne Makel, inszenatorisch angenehm bodenständig und schnörkellos, beginnt „Discovery“ stark, doch mit der Mischung aus Charakterdrama, Romanze und zu wenig Mystery schlägt er letztlich einen weniger faszinierenden Weg ein.
6 von 10

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