Hierzulande hat sich die walisische Serie um Feuerwehrmann Sam noch nicht so richtig durchsetzen können, was eventuell an der teils katastrophalen Animation liegt. Produziert wurden seit 1985 annähernd 200 Folgen mit einer kurzen Laufzeit von rund 10 Minuten, in den ersten Jahren noch per Stop Motion umgesetzt, später per CGI. Das einstündige Abenteuer dürfte die kleinen (Jungs) indes rasch begeistern.
Schüler Norman ist sich sicher, ein UFO gesichtet zu haben und auch andere Bewohner des beschaulichen Örtchens Pontypandy wähnen Außerirdische in der Umgebung. Das lockt den TV-Mann Buck Douglas auf den Plan, welcher für sein Reality-Format neuen Stoff sucht.
Bei näheren Untersuchungen stoßen Norman und Feuerwehrmann Sam auf Ungereimtheiten…
Hat man eventuell noch nie etwas von Sam gehört oder gesehen, dürften die ersten Momente eine herbe Ernüchterung für Animationsfans darstellen, denn die Bilder könnten so aus einem PC-Spiel aus den Neunzigern stammen. Die Landschaften enthalten keinerlei Details, selbst Wolken fehlen durchweg, die Innenräume sind spärlich ausgestattet, es fehlen Alltagsgegenstände oder Inventar, während die Bewegungen der Figuren oftmals nicht allzu realitätsnah ausfallen. Ja, selbst die Fahrzeuge bewegen sich abrupt und hakelig. Rein optisch ist das für zeitgenössische Technik eine Zumutung, fürs Kino erst recht.
Die Geschichte weckt indes früh Sympathien für die überschaubare Anzahl an Figuren. Neben einigen Feuerwehrmenschen spielen Kinder natürlich eine wichtige Rolle und ganz nebenbei ist der örtliche Pizzabringdienst für den Running Gag zuständig, denn die Pizza wird neuerdings mit Quadrocopter ausgeliefert, was grundlegend daneben geht.
Die Aliens tauchen meistens nur kurz auf und dürften sensiblen Gemütern entsprechenden Alters einen milden Schauer einjagen, im Grund wirken sie jedoch eher goldig.
Gelungen ist auf jeden Fall der Einblick in den vielfältigen Alltag eines Feuerwehrmannes, der neben Löscharbeiten auch als Retter tätig ist oder mit moderner Technik Vermisste aufspürt, Verletzte bergen kann oder den Ernstfall für eine Suche in den Bergen probt.
Leider gerät Sam zwischenzeitlich ein wenig in den Hintergrund, während der Alienforscher etwas zu sehr im Vordergrund fungiert.
Der Streifen hat also seine Momente, kommt in einigen Szenen recht goldig daher und sorgt eine Stunde für Kurzweil, was Kindern zwischen 3 und 6 entgegen kommen dürfte.
Die musikalische Untermalung ist gelungen und recht sauber abgestimmt, die Synchro arbeitet tadellos, nur die billige, in China produzierte Animation ist für heutige Maßstäbe echt grenzwertig und maximal zweckdienlich ausgefallen. Für die ganz jungen und Junggebliebenen aber eine nette Abwechslung.
6,5 von 10