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King Kong und die sexy Fotografin

USA, kurz nach dem Ende des Vietnamkriegs. Die beiden Wissenschaftler Bill Randa (John Goodman) und Houston Brooks (Corey Hawkins) trommeln Militär und geologische Forscher zusammen, um eine unerforschte Insel zu kartografieren. Was nur Randa und Brooks wissen: Auf der Insel könnten riesige Monster nur darauf warten, Chaos anzurichten. Und tatsächlich ist es so. Ein hochhausgrosser Affe namens Kong holt die Militärhubschrauber flugs vom Himmel. Colonel Packard (Samuel L. Jackson) sinnt auf Rache für seine gefangenen Mitstreiter und will Kong töten. Die Fotografin Mason Weaver (Brie Larson) und der Überlebenskämpfer James Conrad (Tom Hiddleston) wollen ihn davon abhalten. Denn auf der Insel gibt es viel gefährlichere Untiere als Kong.

Jordan Vogt-Roberts’ Kong: Skull Island (2017) ist mal wieder so ein Film, der einfach nicht hätte sein müssen. Hier trifft ein holpriger, sinnfreier Plot auf lieblose Charaktere, die wie Kanonenfutter den Monstern zum Frass vorgeworfen werden. Die riesigen Tiere sind die eigentlichen Hauptfiguren. Und ja, die Hochglanz-Action haut schon ordentlich rein, das muss man Vogt-Roberts lassen. Wer das klassische Monster-gegen-Monster-Format liebt, kommt hier auf seine Kosten – vor allem am Ende. Aber bis zum Ende muss man’s erstmal schaffen, ohne einzuschlafen oder sich zu betrinken.

Die beiden »Protagonisten« Weaver und Conrad sind völlig nutzlos – eher Spielbälle des Schicksals als Akteuere. Besonders ärgerlich ist die Fotografin Weaver, die zeitgenössische Ann Darrow, in die sich Kong ein bisschen (aber nicht wirklich) verliebt. Ansonsten darf Brie Larson nicht viel mehr machen, als ihren Körper zur Schau tragen. Tragisch durchschaubar. John Goodmans Talent ist absolut verschwendet, immerhin macht Samuel L. Jackson ein bisschen auf wahnsinniger Badass.

Spassig ist John C. Reillys Auftritt als Soldat Hank Marlow, der sich seit dem Zweiten Weltkrieg auf der Titelgebenden Skull Island aufhält. Eine schrullige Performance, die dem Film zumindest etwas Profil gibt. Ansonsten herrscht absolute Langeweile. Da wird geballert und gekämpft, was das Zeug hält. Das sieht alles nett aus, aber interessiert leider nicht. Die Witze sind grösstenteils peinlich, einzig die Diskussion um den Namen »Skull Crawler« amüsiert. A propos Skull Crawler: Sie sind die neuen Monster in diesem Film. Spoiler: Sie sehen oberdämlich aus.

Das Finale ist spektakulär, das Outro mit Reilly ganz süss. Nach den Credits wird eine Fortsetzung in Aussicht gestellt. Bitte, bitte, bitte nicht! Zwar kann Kong: Skull Island mit B-Movie-Qualitäten punkten und bietet einige effektive Schreck-Momente, aber allzu oft spult Vogt-Roberts Szenen aus dem Original King Kong (1933) herunter, nur um sie auf plumpste Art zu modernisieren. Vor allem der fehlgeleitete Pathos grenzt an Quälerei. Der Streifen ist vorhersehbar und dumm: Bitte nicht schauen.

3/10

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