kurz angerissen*
Die letzten Episoden einer Staffel haben oft wieder etwas höhere Einschaltquoten als die mittleren. Gar nicht so blöd also, den neuen „Resident Evil“ als „Final Chapter“ zu vermarkten, denn Hintertürchen zur Dehnung des Begriffs „final“ gibt es im Erfolgsfall bekanntlich viele.
Leider bedeutet das für den überredeten Zuschauer, dass er ein langes „was bisher geschah“ über sich ergehen lassen muss, um das er nicht gebeten hat. Die optisch jung gebliebene, mimisch aber verhärtete und dadurch gealterte Jovovich wird immerhin ohne weitere Erklärung anschließend in die postapokalyptische Ödnis geworfen, um für wenige Minuten bei ihrem Alltag begleitet zu werden – eklige Zombiedrachen aus der Luft holen, sich von hinten anschleichende Zombies überwältigen, und so weiter... bis sie von ihrer Vergangenheit überrumpelt wird.
Hier beginnt dann das typische Chaos eines P.W. Anderson, der Action, Horror, dumme Soldatengesichter und günstige Spezialeffekte einmal mehr ohne Gespür für filmtechnische Raffinessen in einen Topf wirft und über Kamera und Schnitt die eigene Vision vergewaltigt. Um Reprises für Fans der ersten Teile bemüht, schmeißt er Zombiehunde, Lasergitter und Auftritte der Red Queen in die Runde, mit denen andächtig an die Markenzeichen der Serie erinnert wird und die er zeitgleich nutzt, um die Hive-Story auf ein neues Level der Offenbarungen zu heben.
Obwohl das gesamte Drehbuch aus Aktions-Reaktions-Ketten zu bestehen scheint, brennt sich kaum eine Actionszene oder ein Gegner wirklich fest. Das war schon in den Teilen 4 und 5 der Fall, hier geht es aber einher mit einem deutlich runtergeschraubten Unterhaltungswert, der „The Final Chapter“ zum schlechtesten Eintrag in der eigenwilligen Reihe macht. Mit etwas Glück ist nun aber der Weg frei für eine originalgetreue Adaption, die sich dem blanken Horror verschreibt.
*weitere Informationen: siehe Profil