Schon 10 Jahre alt ist "Hell House LLC", aber ich hatte bis jetzt noch gar nichts von dem Film gehört. Found Footage kennt man ja mittlerweile, "Blair Witch", "Paranormal Activity" oder "Rec" gehören zu den Königen des Genres. Leider gibt es auch eine Menge Mittelmaß oder Schrott, mit Gonjiam erschien aber gerade erst wieder ein ziemlich guter Vertreter seiner Art. Und was soll ich sagen? "Hell House" hätte definitiv mehr Beachtung verdient gehabt, denn er steckt so ziemlich jeden Vertreter seit "Rec" in die Tasche.
Aber was genau hat dieser Film, was anderen Vertretern dieser Gattung fehlt? Zunächst einmal muss man festhalten, dass auch eine simple Story fesseln kann, wie hier gezeigt wird. Am 8. Oktober 2009 eröffnet ein Spukhaus-Attraktion. Aus unerklärlichen Gründen kommen dabei 15 Menschen ums Leben. Offiziell heißt es, dass es sich um eine technische Störung handelte, die Polizei und andere Beteiligte schweigen zu dem Vorfall. 5 Jahre später interviewt ein Dokumentarfilmteam eine Überlebende, die während des tödlichen "Unfalls" vor Ort war. Sie gehörte zu dem Team, dass die Idee zu dem Spukhaus hatte und zeigt Videos vom Beginn der Restaurierung des Spukhauses bis zu dem Abend, als die Katastrophe schließlich begann.
Und das funktioniert verdammt gut. Anfangs sieht man nur ein Besuchervideo, das zwar zeigt, wie an der Eröffnung die Katastrophe ausbricht, aber man bekommt den Auslöser nicht zu sehen. Dieser passierte nämlich in den Kellergewölben, aus denen zahlreiche Besucher geschockt nach oben strömen. Da will man als Betrachter natürlich wissen, was damals tatsächlich geschah. Vor allem ist das Ganze nicht billig hingerotzt, sondern es wurde sich bei den Kulissen, dem Spannungsaufbau und auch den Darstellern wirklich Mühe gegeben. Wie ganz langsam die Spannungskurve vom Ankommen am renovierungsbedürftigen Horrorhaus, bis zum Wiederaufbau und zur Premiere angezogen wird, ist schon aller Ehren wert. Es gibt recht früh Hinweise darauf, was passieren könnte, ich wusste schon recht früh, wohin der Hase laufen wird, aber trotzdem ist das so gut gemacht, dass "Hell House" nie langweilig wird.
Nur gegen Ende wird es leider etwas zu hektisch. Man hätte dann doch gerne mehr von der Katastrophe bei der Eröffnung gesehen, aber durch die schnellen Schnitte bekommt man relativ wenig zu sehen. Auch die Story hätte man noch sorgfältiger ausschmücken können, es bleibt dann am Ende doch alles etwas oberflächlich. Und doch: Fans von Found Footage müssen sich "Hell House" ansehen, es lohnt sich definitiv! Von mir gibt es trotz einem leichten Abfall gegen Ende knappe aber hochverdiente 8 Punkte!