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Wien brennt


„Hölle - Inferno“ erzählt von einer jungen Wienerin mit türkischen Wurzeln, die Kickboxen betreibt und mit Problemen der Wut und dem emotionalen Öffnen kämpft. Doch als sie dann durch das Hoffenster Zeugin eines bestialischen Mordes an ihrer Nachbarin, einer ebenfalls muslimischen Prostituierten wird und der zielstrebige Killer es nun auf sie abgesehen zu haben scheint, könnte der Zeitpunkt gekommen sein, ihre Aggressionsprobleme und Traumata zu kanalisieren und sich zu verteidigen - also beginnt eine raue Hetzjagd durch die düstereren Ecken von Österreichs Hauptstadt... 

Stefan Ruzowitzky... woher kenne ich den Namen nochmal? Ah, ja, der Regisseur des deutschen „Slasherklassikers“ „Anatomie“ und seiner Fortsetzung und seitdem irgendwie schon ein großer Name im deutschsprachigen Genrezirkus. Falls es sowas überhaupt gibt oder es diesen Namen verdient hätte. Leider. Denn auch mit „Hölle - Inferno“ oder „Cold Hell“, wie er international vertrieben wird, schafft er es „uns“ erstaunlich gut zu vertreten und am weltweiten Markt die Ellbogen auszufahren, böse zuzubeißen. „Hölle - Inferno“ überzeugt mit einer intensiven „Heldin“, einer bockigen Härte, feinen Gialloeinschüben und einem pulsierenden Score samt edler Bilder der prachtvollen, hier aber mal recht dreckigen Kaiserstadt. Das Teil ist aggressiv und böse, befasst sich mit einigen unangenehmen (religiösen wie sozialen) Themen und die 90 Minuten sind eigentlich purer Muskel. Ohne dabei jedoch Herz und Kopf komplett auszuknipsen. Trotz einiger fieser Wirkungstreffer. 

Fazit: das Fenster zum Tod. Ein harter Österreicher, ein Neo Giallo aus Wut, Flammen und Strasse. Ein moderner Krimi wie ein Ellenbogenschlag an die Schläfe. Deutschsprachige Thriller wie diesen, gibt es (leider) nicht viele! 

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