Review

Vier Jahreszeiten und ein Todesfall

"Der Wein und der Wind" ist eine Geschichte über die Familie, über die Heimat, das Ankommen und natürlich die schönen Dinge des Lebens - wie Liebe, Sonne, Feste und natürlich Wein. Ein wahrer Sommerfilm, der jeden Augustabend verschönert. Kein klassischer Feel-Good-Film, aber man fühlt sich danach trotzdem besser. In der französischen Familiendramödie kommt der "verlorene" Sohn einer Weinfamilie zurück nach Burgund, da der Vater im Koma liegt. Nun muss sich der Ausreißer wieder eingliedern, mit seinen zwei Geschwistern arrangieren und lernen, dass man nicht nur ein zu Hause haben kann und man seine Wurzeln nicht leugnen kann oder sollte. 

"Back to Burgundy", wie er auf dem englischsprachigen Markt heißt, ist kein Gamechanger oder einer dieser französischen Überfilme, die man unbedingt sehen muss. Oft wirkt er sogar eher wie eine bodenständige TV-Produktion und man weiß früh, wie die Geschichte weitergehen oder sogar enden wird. Und trotzdem durchzieht die einfache Geschichte eine Empathie, eine Lebensfreude und eine alkoholhaltige Melancholie, dass man ihn nur mögen kann. Die Darsteller spielen durch die Bank stark, die Balance aus Drama und Witz kommt nie aus dem Tritt und ganz nebenbei kriegt man auch noch interessante Einblicke in das Leben und Lesen eines Winzers. Für Weinfans ist der Ausflug nach Burgund eh ein Muss. Nicht nur als Grund, endlich mal den guten alten Rotwein von Opa zu öffnen. 

Fazit: ein warmer Sommerabend, ein feiner Wein und ein angenehmer Film wie dieser - manchmal braucht es nicht mehr. "Der Wein und der Wind" ist der perfekte Begleiter für die nächste private Weinverkostung - simpel und komplex, vollmundig und saftig, sonnig und sinnlich. 

Details
Ähnliche Filme