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Das digitale Zeitalter hat unlängst Einzug in die Horrorsparte gehalten und hinsichtlich der Generation Nackendehnung spielen die Regiedebütanten Abel und Burlee Vang mit einer verhexten App, in die sich ein digitaler Dämon eingeschlichen hat. Im Falle einer Fortsetzung erfahren wir bestimmt etwas über seine Ouijagram Einträge…

Schülerin Alice ist am Böden zerstört als ihre beste Freundin Nikki völlig unerwartet an einem Herzstillstand stirbt. Kurz darauf erhalten sie und vier weitere Freunde eine Einladung für eine App, welche vom Handy der Verstorbenen stammt. Nach der Installation meldet sich ein gewisser Mr. Bedevil und der weiß mehr über die Ängste der jungen Leute als ihnen lieb sein kann…

Die Prämisse einer App mit boshafter Persönlichkeit schwankt zwischen selten dämlich und beängstigend. Deinstallieren lässt es sich nicht, da es mit ständig wechselnder Verschlüsselung arbeitet und schmeißt man das Smartphone voller Wucht auf den Boden, setzt es sich binnen Sekunden wieder zusammen, - da dürften sich rasch die digitalen Geister scheiden. Folgerichtig mussten andere Mittel her, um den Genrefan zu erschrecken und das gleicht zuweilen dem Treiben einer Geisterbahn und erinnert oftmals an Gruselschocker aus den Achtzigern.

Clowns tauchen aus dem Nichts auf, Polizisten verwandeln sich in dämonische Fratzen und eine Angst einflössende Großmutter mischt ebenfalls mit. Zwischenzeitlich übertreiben es die Vang-Brothers ein wenig mit den Jump Scares, obgleich die Sounduntermalung ein genaues Timing aufweist und der Score ebenfalls sauber abgestimmt ist. Denn rein inhaltlich geht es um die jeweiligen Urängste, - da darf auch mal ein Teddybär ein skurriles Eigenleben führen.
Anfangs wird die Tragweite der dämonischen App weitaus subtiler eingesetzt, etwa, als Alice „Licht aus“ sagt, woraufhin tatsächlich sämtliche Lichter in der Wohnung erlischen.

So entsteht phasenweise der Eindruck, dass nicht viel mehr als die Grundidee stand, während der Freundeskreis reihum dezimiert wird. Hierfür spricht das komplette Ausblenden der jeweiligen Tötungen, so dass letztlich nicht ein Tropfen Blut fließt. Die FSK16 dürfte demnach auf einige düstere Erscheinungen zurückzuführen sein, denn die haben es teilweise in sich. Leider kommt zum Showdown keine dramaturgische Steigerung zustande. Die Schreckmomente sind irgendwann alle durch und in einem verwaisten Fabrikgebäude stellt sich final nur mäßig Suspense ein, der obligatorische Abschlussgag ist indes von vornherein erahnbar.

Auf handwerklicher Ebene kann sich das Debüt sehen lassen. Die Kamera arbeitet solide und ist um einige ungewöhnliche Perspektiven bemüht, die Locations fördern ab und an ein wenig Atmosphäre zutage und darstellerisch wird immerhin annehmbares Niveau geliefert.
Tricktechnisch sind ein paar gelungene Szenen ohne CGI auszumachen und auch das Make-up erfüllt mindestens seinen Zweck.

Die Story lässt demgegenüber Federn in Sachen Logik und auch einige Handlungsweisen und Reaktionen stoßen nicht immer auf entsprechendes Verständnis, während die Kritik gegenüber sozialen Netzwerken und Abhängigkeit von digitalen Medien eher halbherzig vonstatten geht. Gute Ansätze sind vorhanden, doch um App-solut zu überzeugen, fehlt „Bedeviled“ die Finesse und die Durchdachtheit.
5,5 von 10

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