„Wir müssen etwas tun!“ „Und was?“ „Gar nichts.“ „Bitte?“ „Wir müssen gar nichts tun.“
Dialoge wie dieser durchziehen das Debüt von Autor und Regisseur David Fowler, dessen Erstling eigentlich viel versprechend startet. Doch was zunächst nach Sektengewalt mit Gehirnwäsche aussieht, entpuppt sich als undurchdachter Mystery-Horror.
Als Greg mit Tochter Samantha im Zelt übernachtet, überstehen sie nur knapp einen Bärenangriff. Sie werden von einer Sippe aufgenommen, die sich „The Circle“ nennt. Zur selben Zeit versuchen Grady und zwei Bekannte etwas über den Verbleib einer Bekannten herauszufinden, welche sie unter den Sektenmitgliedern vermuten…
Mal abgesehen vom völlig missglückt inszenierten Bärenangriff, - man sieht und hört rein gar nichts von einem Tier, nur die Zeltwände wackeln, wirkt das Sujet anfangs angenehm unangenehm: Freundliche Menschen, deren gekünstelte Nächstenliebe bereits auf den ersten Blick zum Himmel stinkt, bis Greg bei einer heimlichen Beobachtung Gewissheit erhält, dass hier ein Dämonenkult mit dubiosen Praktiken zu Werke geht.
Doch anstatt den Weg des bereits etablierten Helden fortzuführen, wird dieser jäh unterbrochen und es werden drei neue Figuren lang und breit und vor allem lahm eingeführt. Ab hier dominiert bereits Geschwafel, während einige Inserts, vornehmlich in Schwarzweiß gehalten, wenig Abwechslung verschaffen. Einige Schaufensterpuppen im Wald, die der Kleidung nach manchen Figuren angeglichen wurden, sorgen für kurze atmosphärische Spitzen, ansonsten gibt der Schauplatz mit kleinen Hütten, Verschlägen und Baracken wenig her.
Zudem gibt es keinen wirklichen Antagonisten. Der Sektengründer, ein gewisser Percy ist imstande, in regelmäßigen Abständen seinen Wirtskörper zu wechseln und auch der lässt sich Zeit, lang und breit Hintergründe zu veranschaulichen, die keinen interessieren. Derweil driftet das Paranormale in reine Willkür ab, etwa, wenn jemand aus einer Hütte heraustritt, um im nächsten Momente selbige durch die gegenüberliegende Tür wieder zu betreten, - schon klar, the Circle. Jene Beliebigkeit erstreckt sich bis zum Showdown, der folgerichtig kaum mitfiebern lässt und außer einem Messer in der Hand auch keine Gewalteinlagen beinhaltet.
Was inhaltlich nicht sonderlich überzeugt, findet sich gleichermaßen auf handwerklicher Ebene. Die Kamera arbeitet auffallend unsicher, selbst die ruhigen Einstellungen lassen den Einsatz eines Stativs schmerzlich vermissen. Gut, dass es keine Temposzenen gibt. Auch die Mimen kommen kaum über das Niveau von seit vier Jahren arbeitslosen Schaustellern hinaus. Dem Mädchen hätte man beispielsweise mitteilen können, in prekärer Situation auch mal ängstlich zu gucken, anstatt teilnahmslos in den Wald zu schauen. Zu diesem Niveau gesellt sich auch der Score, der unmotiviert vor sich hin dudelt.
Kurzum: Das Debüt von David Fowler ist in nahezu allen Belangen gescheitert. Nach tauglichem Einstieg verkommt die Chose zu einem surrealen Kauderwelsch, das keinen erkennbaren Regeln folgt und nur selten Atmosphäre und noch seltener Spannung aufkommen lässt. Diesem Kreis sollte man besser nicht beitreten.
Knapp
3 von 10