„Was ist das? Ein Wesen von einem anderen Stern?“
Nach dem Erfolg von James Camerons „Terminator“ ließen Nachahmer und Trittbrettfahrer nicht lange auf sich warten. Einer von ihnen ist der 1986 fürs US-amerikanische Bezahlfernsehen produzierte „Assassin“ von Regisseur Sandor Stern („John & Yoko“, „Amityville Horror Teil 4“), der es als „Special Terminator C.I.A.“ auch zu einer deutschen Videoauswertung brachte.
„…ausschließlich aufs Töten programmiert…“
Der aufs Töten programmierte Android Robert Golem (Richard Young, „Freitag der 13. Teil V - Ein neuer Anfang“) wurde für eine geheime Spezialabteilung des C.I.A. gegen politische Gegner eingesetzt, hat jedoch ein beunruhigendes Eigenleben entwickelt und ist flügge geworden. Ex-Agent Henry Stanton (Robert Conrad, „Flammen am Horizont“) wird reanimiert und auf den Robotermenschen angesetzt, um ihn ausfindig zu machen und auszuschalten. Man findet heraus, dass sich Golem auf einem Rachefeldzug gegen US-Regierungskreise befindet. Zusammen mit der ehemaligen C.I.A.-Agentin Mary Casallas (Karen Austin, „Das Messer“) begibt sich Stanton in Lebensgefahr, denn Golem verfügt über übermenschliche Kräfte. Eine Schwäche hingegen hat er für Ann Walsh (Jessica Nelson, „Masters of the Universe“), außerdem muss er alle 72 Stunden für 30 Minuten an die Steckdose…
„Ihr könnt lachen und sterben – oder zuhören und leben!“
„Special Terminator C.I.A.“ ist eines dieser „Terminator“-inspirierten Science-Fiction-Action-Vehikel à la „Paco – Kampfmaschine des Todes“, „Vindicator“ oder „Eve 8 – Außer Kontrolle“ und bedient sich als Ausgangssituation eines typischen Action-Sujets: Ein ehemaliger knallharter Profi lebt seit geraumer Zeit zurückgezogen als Einsiedler, doch die sich verzettelt habenden Regierungskreise sind dringend auf seine Hilfe angewiesen, weshalb er, in diesem Falle Henry Stanton, sich widerwillig zu einem gefährlichen Einsatz überreden lässt. Zusammen mit Mary führt die Spur zu Golems verstorbenem Entwickler, dessen Tagebücher die beiden suchen wollen. Stantons Chef hat zwar angeblich schon alles erfolglos nach ihnen durchsuchen lassen, doch Henry findet sie kurioserweise recht schnell und liest die dicken Wälzer offenbar in Windeseile.
Noch kurioser: Golem kann angeblich auch Sex haben und besucht unterdessen Bars, flirtet mit Frauen und knutscht schließlich mit Jessica, schläft mir ihr und lächelt am nächsten Morgen wie ein Sonnyboy. Kein Wunder, dass die Gute bei so viel, nun ja, Menschlichkeit keinerlei Lunte riecht und erst recht keines, dass man bei so viel unpassendem Quatsch den sich trotz allem ernstnehmenden Film in erster Linie als unfreiwillig trashig und weniger als spannend oder futuristisch empfindet. Letztgenannten Effekt versuchen Stern und Co. durch dokumentierende Orts- und Zeit-Einblendungen im leidlich futuristischen Digitalfont sowie ein paar durchschaubare, aber durchaus charmante Spezialeffekte zu erreichen, während Schießereien und der eine oder andere schöne Stunt den Action-Anteil besorgen.
Zehn Meilen gegen den Wind jedoch war von vornherein die obligatorische Liebesaffäre zwischen Henry und Mary zu riechen, deren Ambivalenz den Film wenigstens nicht ganz so flach wie die Nordseeküste bei Ebbe erscheinen lässt. Das völlig abstruse Ende hingegen, in dem (Achtung, Spoiler!) Golem sich plötzlich um die eigene Achse dreht und explodiert, weil er eingesperrt wurde, setzt dem Film hingegen endgültig die Narrenkappe auf. Zudem müffelt „Special Terminator C.I.A.“ die meiste Zeit über arg bieder – er wäre gern abgefahren-futuristisch, wirkt aber völlig altbacken, wie ein missratener Bastard-Sohn aus ‘70er-TV-Piefigkeit und ‘80er-Sci-Fi-Cyborg-/Android-Action aus der Discount-Abteilung. Immerhin ist der Synthie-Soundtrack ganz nett und der Film zumindest für diejenigen historisch interessierten Genrefreunde interessant, die im Nachhinein gern wissen möchten, welche Blüten diese Art Genre-Mix seinerzeit trieb.