Review

Machen Remakes eigentlich immer Sinn? Vor allem dann, wenn es der gleiche Regisseur ist? Mit komplett der gleichen Handlung? Nur, weil sein Original mit wenig Geld daher kam? Und macht es Sinn, darüber je ein eigenes Review zu verfassen? Letzteres sicher nicht, denn um einen direkten Vergleich komme ich sowieso nicht herum.

Das solche Doppelpacks in der Filmgeschichte nicht immer megaoriginell waren, da gibt's durchaus Beispiele. Mir fällt da immer ganz gern Sam Raimis „Evil Dead 1 + 2" ein. Netter zweiter Teil zwar, aber so richtig logisch war der Dreh eigentlich nicht, da schon der erste Teil ziemlich rockte und sich trotz Etaterhöhung kaum vom Vorgänger unterschied.

Bei Rodriguez erleben wir allerdings schon einen Quantensprung. Sicher, vom Kosten-Nutzen-Effekt her müsste man „El Mariachi" wahrscheinlich zum besten Film aller Zeiten küren, aber wenn es um das reine Endprodukt geht, sieht es eventuell etwas anders aus. Dabei finde ich „El Mariachi" durchaus sympathisch und witzig, ihn zum Kultfilm zu erheben, wäre aber Übertreibung, denn eigenwillige Kamerafahrten und mäßige Choreographien sind eben nicht nur Stilmittel eines Filmes, sondern können auch Unzulänglichkeit bedeuten, genauso wie die teilweise holprig agierenden Schauspieler. Mit anderen Worten, das Remake von Rodriguez nur ein paar Jahre später war eine richtige Entscheidung (oder wie es im Fußball immer so schön heißt: Geld schießt eben doch Tore). Die gleiche Rachestory mit dem unschuldig dreinblickenden Mariachi und seinem geliebten Gitarrenkoffer, in etwa die gleiche Location und die gleichen Figuren, alles wie gehabt. Im Vergleich zur No-Name-Riege der Erstauflage beinhaltet die Besetzungsliste die üblichen Verdächtigen aus dem Rodriguez/Tarantino-Universum. Da fühlt man sich als Fan auch gleich heimisch, ist doch super.

Auch, dass die Actionsequenzen - zwar wird kein Dauerfeuer aufgefahren - einem so richtig warm ums Herz werden lassen. Egal ob doppelhändiges Pistolenduell oder Maschinengewehrorgien, nichts wird ausgelassen, auch keine unverhohlenen Huldigungen Marke „Django", „Hard Boiled" oder von mir aus auch „The Wild Bunch".

Fazit: 1:0 für „Desperado", wer sich nur einen Film antun will, greife hier bitte zu. Ansonsten kann man bei „El Mariachi" auch einen amüsanten Blick riskieren, allerdings am besten vor dem Remake. Die Enttäuschung könnte sonst noch größer sein.

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