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Für sein Regiedebüt kehrte Glenn Douglas Packard in gewisser Hinsicht zu seinen Wurzeln zurück, denn gedreht wurde in einer einsamen Farmgegend in Michigan, wo er einen Großteil seiner Kindheit verbrachte. Anzunehmen, dass hier auch die Idee eines Killer mit Heugabel als Hand reifte.

Hunter kehrt zu seinen Eltern aufs Land zurück, wo er nach seinem Coming Out die Unterstützung von sieben mitgereisten Freunden erhält. Nach einer ausgelassenen Party auf dem Scheunenboden verschwinden nach und nach einige Gäste, denn ein Killer macht die Gegend unsicher…

Packard verfährt nach dem üblichen Schema, - anstatt der obligatorischen Tanke gibt es etwas Line-Dance bei dem einige Profis mitmischen, während die stereotypen Figuren nicht sonderlich markant ausfallen. Lediglich Hunters kleine Schwester erweist sich als relativ furchtlos und entpuppt sich rasch als Killerflüsterin, was immerhin einigermaßen innovativ ausfällt.

Zudem ist der Verlauf bis zum ersten Dahinsiechen nicht allzu lang, denn Ben, der Schlächter mit Mistgabel und Tierfellteilen im Gesicht, schlägt noch während der Party zu, welche durch ein Beziehungsgedöns jäh beendet wird. Danach ist ein recht flottes Tempo gegeben, wogegen die Morde nicht allzu ideenreich ausfallen. Ab und an sticht die Gabel zu, ein Sichelhammer landet im Rücken, eine Metallstange auch, Finger werden weggeschossen, eine Wange und ein Unterschenkel aufgeritzt, Messer landen in Hände, ein Fuß ist bis auf die Knochen zerfleischt und jemand wird in den Hals gebissen. Die weitgehend handgemachten Effekte können sich sehen lassen, allerdings wäre noch ein wenig mehr Blutvergießen drin gewesen, zumal zwei Leichen ohne erkennbaren Vorlauf vorgefunden werden.

Ansonsten gibt es keine nackte Haut, aber eine wippende Kutsche, ein „bloß kein Maisfeld“ lässt ein wenig Genreironie erkennen und bei alledem ist es erstaunlich, wie schnell der Killer zuweilen von A nach B gelangt, um etwa Flüchtenden den Weg zu versperren.
Gegen Ende greift man zu Twists, die meilenweit gegen den Wind zu riechen sind und nach dem Abspann sollte man sich einen Happen Musik reinziehen, weil einem ansonsten die Melodie von „He´s got the whole world in his hand“ noch stundenlang verfolgen wird.

Letztlich bietet „Pitchfork“ einen Slasher von der Stange. Die souveräne Kamera und die effektive Ausleuchtung der tauglichen Kulissen stehen unauffälligen Mimen und nicht sonderlich originellen Figurenzeichnungen gegenüber, wogegen der Killer mit seinen hektischen Bewegungen und dem schweren Atmen durchaus Potential besitzt.
Spannende als auch atmosphärische Momente sind zwar auszumachen, doch auch uncut wird keine übermäßig blutige oder kreative Schlachtplatte geboten. Eingefleischte Genrefans können ihn indes bedenkenlos mitnehmen.
5,5 von 10

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