Review

kurz angerissen*

Nun, da das Konzept „Klötzchen-Film“ anhand der Legoverpackungspanoramaverfilmung „LEGO – The Movie“ umfassend vorgestellt ist, kann man in die einzelnen Themenbereiche eindringen. Zum Auftakt wurde - wenig überraschend - die in orangeroten Sonnenuntergang getunkte Endzeitmetropole Gotham City gewählt. Ein logischer Schritt, bedenkt man, dass Batman im Original-Legofilm Publikumsliebling war und dass er auch in seiner Realfilm-Variante stets ein beliebter Spezi ist (naja... zumindest in allem, was nach George Clooney kam).

Das „LEGO Batman Movie“ nimmt sich nun vor allem des Images vom einsamen Rächer an und führt es in einer brillanten ersten halben Stunde komplett vor. Chris McKay („Robot Chicken“) beweist eindrucksvoll, dass er den von Lord/Miller initiierten Humor vollständig reproduzieren kann. Irrsinnig schnelle Actionszenen halten zunächst das Pacing verdammt hoch und man darf schon keine Probleme mit Einstellungen haben, die sich um die eigene Achse drehen oder in denen unentwegt bunte Lichter aufblitzen. Die Millionärsfledermaus bewegt sich mit spielender Leichtigkeit durch dieses Feuerwerk aus Legosteinen. Jeder Legostein rastet so ein, wie es sein muss. Man wähnt beinahe eines dieser „satisfying videos“ vor sich, in denen jede Summe aufgeht, jede geometrische Achse ineinander einrastet. Und das in einem Mordstempo. Batman, so die bereits hier mit selbstverliebten Heldenposen köstlich übersteigerte Aussage, braucht keine Hilfe. Von niemandem.

Richtig gut wird das Ganze nach Rückkehr in die Bat-Höhle. Batman, wie er sich wortlos sein Essen in der Mikrowelle aufwärmt und das Licht des rotierenden Tellers sein ausdrucksloses Gesicht beleuchtet. Wie er alleine in einem riesigen Heimkino „Jerry Maguire“ schaut, nur um sich über den Kitsch darin lustig zu machen. Wie die Winzigkeit seines Körpers gegen die wahnwitzige Größe seiner Behausung ausgespielt wird.

Der Haken an der Sache: Natürlich wird die Einsamkeit als Problem verstanden und mit der Dampfkraft typischer Computeranimationsfilme der Marke „Ich, Unverbesserlich“ auszubügeln versucht. Die Fehde zwischen ihm und Erzfeind Joker eignet sich zwar für dieses Vorhaben gut (wenn davon die Rede ist, dass sich beide gegenseitig bedingen, bezieht man sich damit natürlich auf „The Dark Knight“), doch je mehr Verbündete Batman um sich schart – von Dick Grayson über Barbara Gordon bis zu einer endlosen Menge von kostümierten Helden – desto zahnloser wird der Humor. Bevor er leider schon wieder dem Tanz in den Abspann verfällt, jener Animationsfilmkrankheit, die leider auch einen Mann befällt, der seine Freizeit normalerweise alleine in Tropfsteinhöhlen verbringt.

Irgendwas findet man aber immer zu lachen, sei es nun die gewitzt aufbereitete Filmgeschichte Batmans oder die schlichte Tatsache, dass die kitschigen Momente in „Jerry Maguire“ auch in trauter Gesellschaft noch hämisch ausgelacht werden können. Und die vor Kreativität platzende Animation holt die letzten Kohlen aus dem Feuer.

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