Inhalt:
Weil Mandschus die Qing- Dynastie übernehmen, werden Shaolin- Mönche unterdrückt. Einige von ihnen überleben und trainieren hart, um sich an den Greultaten zu rächen.
Ja, jeder mußte mal klein anfangen. Bevor Jackie Chan auf die Menschheit losgelassen wurde, musste er seine Brötchen in mehr oder wenigen kleinen Nebenrollen in Billigproduktionen verdienen. Nachdem mitwirken in Low- Budget- Filmchen der Great Earth Company, war das Rollenangebot in "Hand of Death" seine letzte Rettung. Ohne "HoD" würde es einen Jackie Chan, wie man ihn heute kennt, nicht geben. Von seinen anderen kleinen Rollen abgesehen, war dieser seine beste Leistung. Man kann "HoD" als Bewerbungsfilm für Lo Wei's neu gegründete Filmcompany sehen. Gerade wollte Jackie seine Filmkarriere an den Nagel hängen und sich für immer nach Australien zu seinen Eltern versetzen, da kam von seinem Manager Willie Chan ein Anruf, um als Zugpferd für Lo Wei's Company zu arbeiten.
Als Sprungbrett diente dieser Film auch für Regiekönig John Woo und Kampfchorograph Sammo Hung, der die Martial- Arts- Szenen in bewährter Old- School- Tradition in Szene setzte. Bei der Entstehung des Films ist Woo von den typischen Elementen, die ihn später weltberühmt machten, weit entfernt. Es war für ihn einer dieser Auftragsarbeiten für Golden Harvest, zudem er keinen Einfluß hatte. Die Hauptrolle übernimmt ausgerechnet der etwas ausdruckslose Dorian Tan. Seine Sidekicks bringt er souveren rüber und legt mit einer eingeübten Technik seine Gegner matt. Unter den Statisten findet man bekannte Gesichter wie Yuen Wah und Yuen Biao. Weil Jackie noch lange nicht die Hauptrolle spielen durfte, begnügte er sich mit einer Lanze, mit dem er seine Gegner aufspießte.
"Hand of Death" ist einer dieser Filme, die sich vom Bruce- Lee- Boom loslösen wollten, um neue Wege zu gehen. Das gelingt nur bedingt. Irgendwie gibt man sich mit Dorian Tan als Rächer der Enterbten nicht zufrieden. Für fast alle Beteiligten stellt dieses Werk eine frühere Fingerübung da. Hier suchte noch jeder nach dem eigenen Stil und es wird heute klar, wie verschieden die Geschmäcker waren. Jeder ist aus seine eigene weise zum Weltstar aufgestiegen. Nicht umsonst wird "HoD" in der Gegenwart als einzige Jackie Chan - John Woo- Collaboration
angesehen. Danach drehte Woo noch so Period- Filme wie "A Last Hurrah For Chivalry" und entwickelte als erster das "Herioc- Bloodshed"- Genre. Dann schließlich mit dem Erfolg von "A Better Tomorrow" wird deutlich, welche Filme er am liebsten in den 70ern gedreht hätte. Schon da begeisterte er sich für berühmte Filmemacher wie Martin Scorsese und Jean- Piere- Melville. Durch Tsui Hark's Film Workshop Company hatte er die Kontrolle über seine Filme, die er sich jahrelang gewüscht hatte.
Aber spätestens in Hollywood ging für ihn die Luft aus.
Tae- Kwon- Do Experte Dorian Tan ist erst durch diesen Film einigermaßen bekannt geworden. Seine anderen Hau- Drauf- Eastern verschwanden in der Versenkung. Mandschukönig James Tien, der in den ersten Bruce- Lee- Filmen mitspielte, wurde später in die Lo-Wei- Filme mit Jackie involviert. Was wäre wohl passiert, wenn Willie Chan Jackie in Australien nicht erreicht hätte. Denn dort arbeitete er mit wenig Englischkenntnißen auf einer Baustelle und bekam den Spitznamen Jack verpaßt. Wäre dann vielleicht Alexander Fu Sheng in seine Fußstapfen getreten? Wir können nur spekulieren, mehr nicht. Man könnte behaupten, daß "HoD" zu einem wichtigen Bestandteil in Chan's Filmkarriere gehört. Vielleicht spielt auch die Beteiligung von seinem Peking- Opera- Kameraden Sammo Hung eine große Rolle. Später half ihm Jackie in Kung- Fu- Filmen wie "The Iron- Fisted- Monk" und "The odd Couple" als Kampfchorograph aus.
Weitere Spekus: Ich will ja nicht weit hinausgehen, aber es könnte auch daran liegen, daß alle (außer Woo und Tan) in Bruce Lee's "Enter the Dragon" als Statisten angefangen haben.
FAZIT:
Als neu auswertende DVD dürfte dieses Werk keinem Chan / Woo / Hung- Fan entgehen. Auf dem ersten Blick vielleicht als altes Kung- Fu- Schinken abgestempelt. entpuppt er sich als knallharter Old- School- Klassiker und wegweisend für eine neue Generation von Filmemachern, die zu Weltstars aufgestiegen sind.
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