Inhalt:
China im 18. Jahrhundert, zu Zeiten der manchurischen Qing-Dynastie, die eine das Volk unterdrückende Diktatur über das Reich der Mitte ausübt.
Eine der Widerstandszellen bildet das Kloster der Shaolin..., und die Qing wollen mit Hilfe von Abtrünnigen des Tempels, diesen Widerstand brechen, und das Kloster der Shaolin vernichten!
Dies gelingt, als sich der einstige Shaolin und nunmehr Abtrünnige, Shih Shao-Feng (James Tien), ein Meister der Adlerklauen-Technik, auf die Seite der Unterdrücker stellt, mit Hilfe seiner rechten Hand, Du Qing (Sammo Hung), den Abt der Shaolin tötet, und das Kloster zerstört wird.
Shih Shao-Feng hat sich im Volk nunmehr viele Feinde gemacht, und auch die Überlebenden des Massakers an den Shaolin, wollen seinen Tod.
Daher bildet Shih Shao-Feng, der seine Festung nur selten verlässt, 8 Männer zu Kampfmaschinen aus, diese sind nunmehr seine Leibwache.
Einer der Überlebenden von Shaolin ist "Smiling Fox" Ma Lieh (Gam Kei-Chu)..., und dieser sieht nur einen Mann als befähigt an, den Verräter Shih Shao-Feng, zu besiegen.
Dieser Mann ist Yung Fei (Tan Tao Liang)..., dieser verfügt über ein starkes KungFu.
Durch eine List kann er sich in die Festung von Shih Shao-Feng schleusen..., doch unterliegt er im Kampf gegen seinen Widersacher. Ihm gelingt indes, nachdem er gefangen genommen und gefoltert wurde, die Flucht.
Yung Fei, er hat alleine gegen Shih Shao-Feng und Du Qing sowie deren Männer keine Chance.
Nur mit verbündeten Kämpfern kann es Yung Fei gelingen, die Feinde zu bezwingen.
Auf seine Seite stellen sich der Holzfäller und Schmied in einer Person, Chu Ping (Jackie Chan), dessen Bruder von den Qing getötet wurde..., sowie der Schwertkämpfer "Zorro" (Yeung Wai aka Yang Wei), der durch die Lande vagabundiert, und dessen Geliebte (Chu Ching), eine Prostituierte, durch Shih Shao-Feng und dessen Männer starb.
Ihnen schließen sich noch Zhang Yi (Wu Yu-Sheng aka John Woo) an, der die Kämpfer eher moralisch unterstützt, und 2 Männer, die eher als Helfer im Hintergrund agieren -und die sich später als Verräter entpuppen- an.
Gemeinsam trainieren die Männer ihr KungFu..., um für einen letzten Kampf gegen Shih Shao-Feng, Du Qing und die 8 Leibwächter vorbereitet zu sein.
Ein langer, blutiger Kampf steht bevor..., in welchem Yung Fei´s Männer aufgerieben werden.
Ein Duell zwischen Yung Fei und Shih Shao-Feng muss schließlich die Entscheidung herbeiführen.........
Fazit:
Meinem Werk bei ofdb.de würde wohl etwas fehlen ("Vollkommenheit" ist angesichts Tausender Eastern-Produktionen eh nicht erreichbar), hätte ich diesen Streifen, der insbesondere durch seinen Cast vor und auch hinter der Kamera bemerkenswert ist, hier nicht besprochen.
Dass dieser Streifen bei vielen Rezensenten nicht so gut wegkommt, verstehe ich indes nicht so ganz.
Man sollte diesen Eastern aus der Zeit seiner Entstehung heraus betrachten..., es war die Zeit des "Old-school"-Eastern, wie man dieses Genre heutzutage benennt.
Eben ein Eastern der "alten Schule"..., und man sollte da Vergleiche mit den später entstandenen Filmen des Regisseurs Wu Yu-Sheng (der im Westen als "John Woo" sehr viel bekannter ist), Streifen wie "A better tomorrow I", "A better tomorrow II" oder "Hard boiled", die das Hongkong-Kino in den späten 80ern und dann 90ern in eine ganz andere Ära geleiteten (und letztendlich keine "Eastern" mehr sind), doch bitte nicht anstellen.
Das wäre unfair. Das wäre ja so, als würde man Stanley Kubrick auf einen Streifen wie "Spartacus" (gleichwohl dies ein starker Streifen ist, und der sich von anderen gängigen Monumental-Streifen seiner Zeit durchaus abhebt) reduzieren..., und diesen an all den Meisterwerken die z.T. sehr viel später entstanden, messen.
Nö, also das macht keiner, und so sollte das auch hier, übertragen auf Wu Yu-Sheng (John Woo), sein.
Gleichwohl ist hier ein besonderer Eastern für seine Zeit entstanden.
Und die visuelle Handschrift des Regisseurs hier schon durchaus erkennbar..., etwas was dieser später noch vervollkommnete, hier aber in Ansätzen schon vorhanden ist.
Mit einem Auge für das Visuelle, entstand eine stimmige Atmosphäre..., mit hellen, klaren Bildern, sehr gut ausgesuchten Hintergründen und Örtlichkeiten, und besonderer Kamera-Führung sowie einer formidablen bildatmosphärischen Gestaltung.
Das Training in einem Tal-Kessel inmitten sattem Grün, unter strahlend blauem Himmel und pittoreskem Gebirge im Hintergrund zählt dazu, oder die Sex-Szene zwischen Chu Ching und Yeung Wai (aka Yang Wei), die mit weich gezeichneten Nahaufnahmen gefühlvoll aufgenommen wurde.
Natürlich ist die Geschichte denn keine große..., ein Rache-Plot wie es so viele in jener Zeit des Eastern gab.
Doch WIE das von Wu Yu-Sheng (John Woo) umgesetzt wurde..., strikt, zielstrebig aber auch mit der einen oder anderen Nuance im Handwerklichen, das hebt diesen Streifen doch etwas vom allzu üblichen damals ab.
Wu Yu-Sheng arbeitet die Story selbst, sauber ab..., der Streifen ist spannend in Szene gesetzt, gleichwohl die Geschehnisse erwartbar sind.
Ist eben immer noch ein Unterhaltungsfilm..., ein Eastern jener Tage bleibt der Streifen immer noch, gleichwohl der StarCast aus heutiger Sicht "MEHR" Erwartungen schürt..., das empfinde ich -wie bereits erwähnt- denn etwas ´unfair´...
Aus heutiger Sicht bietet "Dragon forever" ("Hand of death") eine geballte Star-Power:
Wu Yu-Sheng (John Woo), dieser Regisseur sollte noch eine große -auch im Westen beachtete- Kariere machen..., seine später inszenierten Filme leiteten eine neue Ära im Action-Kino Hongkongs ein.
Doch auch er fing mit "Old-school"-Eastern an, und führte hier mit feiner Klinge Regie.
Auch vor der Kamera ist er hier zu erleben..., doch ist seine Figur hier eher zu vernachlässigen.
Tan Tao Liang agiert hier in der Hauptrolle..., ist der Held der Story. Mit seinem Dackelblick aber auch einem agilen, technisch hoch stehenden KungFu ausgerüstet..., fightet er sich hier durch diesen Eastern. Er ist einer der stärksten "Leg-Fighters" in der Eastern-Branche..., und das hebt das visuelle Niveau denn beträchtlich, inklusive seiner dynamischen Sprung-Tritte.
Von seiner starken Technik lebt denn die Action hier insbesondere.
Ansonsten spielt er seine Rolle routiniert, seine Figur verkörpert er hier solide..., er ist natürlich kein großer "Mime", das erwartet ja auch keiner.
Sammo Hung steht auf der Seite des Villain, mit künstlichen Schneidezähnen..., sieht ja verboten aus.
Doch spielt er seine zynisch-skrupellose Figur ernsthaft und überzeugend. Und er war auch für die Kampf-Choreographie hier verantwortlich.
James Tien ist der Haupt-Villain..., kalt und knallhart, keine Mätzchen..., keine Spielerei. Und ein harter Brocken im umkämpften Finale.
Yeung Wai (aka Yang Wei) spielt eine besondere Rolle..., ein kaum durchschaubarer Vagabund mit Flöte..., der gefühlvoll eingefangene Nuancen setzt...., sei es, dass er im Flötenspiel versunken ist..., oder in jener visuell reizvoll umgesetzten Sex-Szene mit Chu Ching.
Und er fightet beherzt mit!
Und ein großer Name im Cast ist natürlich Jackie Chan. Es ist nur eine "bessere" Nebenrolle. Und zunächst hat er den Schalk im Nacken, wirkt tölpelhaft.
Doch dann, als er sich auf die Seite des Helden schlägt, und der Zuschauer gewahr wird, dass er nicht nur ein Schüler der Shaolin war, sondern auch, dass sein Bruder -im Film- von den Bösen getötet wurde, da legt er an Ernsthaftigkeit zu.
Er bringt als Schmied -obgleich er eigentlich Holzfäller ist- das Schwert von Yeung Wai (Yang Wei) auf Vordermann..., und wirft sich todesmutig in die finale Schlacht.
Auch Jackie fing mit "Old-school"-Eastern an..., die meisten waren sogar eher schwach. Dann nahm mit den komödialen "Drunken master"-Eastern, die das Genre ins Parodistische verschoben und eine neue Ära im "Old-school"-Genre einleiteten, seine Kariere an Fahrt auf..., und sogar der Sprung nach Hollywood gelang.
Heute ist Jackie Chan neben Mao Zedong und Bruce Lee der wohl berühmteste Chinese überhaupt.
Quintessenz auch dieses Eastern ist natürlich die KungFu-Action, und diese ist zackig, dynamisch, rasant und interessant sowie abwechslungsreich choreographiert, Sammo Hung versteht sein Handwerk.
Aber nichts ist hier komödial..., es geht ernsthaft und teilweise blutig zu.
Das Training in den Bergen ist gedehnt und ansprechend. Auch hier ist die Handschrift des Regisseurs besonders..., als er die Trainingssequenzen mit den Szenen in denen Jackie als Schmied agiert, schnitttechnisch koppelt.
Im Finale schließlich findet die KungFu-Action ihren Höhepunkt..., es wird blutig. Tan Tao Liang und James Tien..., zunächst mit Waffen..., dann Hand-to-Hand..., ein Pas de deux des KungFu, ein Todesballet..., so soll/muss es sein.
"Dragon forever" ("Hand of death") ist ein mehr als solider Beitrag zum "Old-school"-Eastern-Genre..., Vergleiche mit späteren Streifen des Regisseurs verbieten sich m.E..
Eine stimmige Atmosphäre, ein gängig-stringent umgesetzter Plot mit feinen Nuancierungen..., rasante KungFu-Action und vor allem eine aus heutiger Sicht immense Star-Power, machen aus diesem Eastern eine gelungene Unterhaltung für die Anhänger des Genres.
8/10.