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Es ist grundlegend riskant, Streifen mit nur wenigen Protagonisten auf begrenztem Raum zu realisieren, wenn zudem kein besonderes hohes Budget zur Verfügung steht. Der Norweger Reinert Kiil ist dieses Risiko eingegangen, doch nach einem halbwegs interessanten Einstieg flacht die Chose zusehends ab.

Im Winter 1942 irren die Wehrmachtsoldaten Kreiner und Fleiss mit dem norwegischen Gefangenen Rune in den verschneiten Wäldern Skandinaviens umher, bis sie auf ein einsames Haus stoßen. Zunächst überrascht über ein laufendes Radio und Essen auf dem Herd, stellen sich alsbald merkwürdige Geräusche ein und die angeschlagenen Männer sehen Gestalten aus ihrer Vergangenheit…

Die Grundvoraussetzungen sind insofern nicht schlecht, als dass ausgerechnet zwei rational veranlagte Soldaten auf Paranormales treffen. Und zumindest wurde versucht, den beiden Männern unterschiedliche Attribute mit auf den Weg zu geben, denn Kreiner ist eher der ruhige Typ, der dem verletzten Norweger nichts Böses will, während Fleiss aufbrausend reagiert und den Gefangenen am liebsten sogleich erschossen hätte. Ein paar Gespräche über Pläne nach dem Kriegseinsatz fallen okay aus, sie offenbaren jedoch auch kleine Versprecher, was nicht sonderlich professionell anmutet. Auch die Vornamen Jürgen und Andreas waren zur Zeit des WW2 nicht gerade angesagt, - wahrscheinlich wollte man irgendwie Karl, Hans und Walter umgehen.

Leider ereignet sich im Verlauf herzlich wenig. Ab und an poltert es, das Radio dudelt und verstellt die Frequenzen von selbst und einige Gegenstände wechseln mit der Zeit ihren Standort, während eine Art Gästebuch gefunden wird, aus dem die Männer anfangs jedoch nicht schlau werden. Zudem verlässt man das Haus, nur um im Kreis zu latschen und wieder dort anzukommen, was bereits ein wenig von der Auflösung vorwegnimmt, - zumindest wenn man ähnlich gelagerte Streifen im Hinterkopf hat.

Fällt die Ausstattung noch einigermaßen zweckdienlich aus und unterstreichen die Blaufilter bei Außenaufnahmen die frostige Atmosphäre, sind die Szenen im Haus fast durchweg unzureichend ausgeleuchtet. Einige vermeintliche Rückblenden während eines Exorzismus kommen demgegenüber besser rüber und auch die Sounduntermalung vermag zu überzeugen. Allerdings ist diese im Gegensatz zu den Dialogen viel zu laut und auch der Score übertönt zuweilen einige Gespräche.

Unterm Strich stört die betont ruhige Herangehensweise nicht, jedoch die allgemeine Ereignislosigkeit, welche kaum Spannung erzeugt und aufgrund mangelnder Bindung zu den Figuren kein Mitfiebern ermöglicht. Die Pointe geht okay, doch der Weg dorthin gestaltet sich verdammt zäh und zudem komplett unblutig.
Gute Idee, schwache und langweilige Umsetzung.
3 von 10

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