Im besetzten Norwegen während des zweiten Weltkriegs irren drei versprengte deutsche Soldaten und ein einheimischer Kriegsgefangener durch die verschneiten Wälder. Der schwer verwundete Dritte schafft es nicht mehr und muß zurückgelassen werden, was es für den impulsiven jungen Kreiss und den abgeklärten älteren Oberleutnant Kreiner aber auch nicht leichter macht, haben sie doch keine Ahnung wo sie sich befinden und können auch ihrem Kartenmaterial samt Kompass keinen Glauben schenken. Auch der verletzte norwegische Zivilist Rune, mit dem sie sich nur notdürftig auf Englisch verständigen, kann ihnen nicht weiterhelfen. Schließlich entdecken sie ein Haus in der Wildnis, das bewohnt zu sein scheint, nur sind seine Bewohner anscheinend nicht da. Kurzerhand machen sie es sich bequem und sind froh, in der hereinbrechenden Nacht wenigstens ein Dach über dem Kopf zu haben. Merkwürdige Geräusche, Schatten und ähnliche unheimliche Dinge ignorieren sie vorerst, schließlich soll es am nächsten Morgen weitergehen...
House – Willkommen in der Hölle steigt unvermittelt ins Geschehen ein und zeichnet unter starkem Blaufiltereinsatz den Kampf des Menschen gegen den Winter, bis das ungleiche Trio das titelgebende Haus (Huset) erreicht. Dass dies keineswegs ein Ort der Erholung ist, wie man zunächst annehmen könnte, müssen vor allem die beiden Wehrmachts-Soldaten bald realisieren, während der seltsam emotionslose Rune eine Verbindung zu diesem Haus zu haben scheint. Geschickt baut Regisseur Reinert Kiil langsam eine unheimliche Grusel-Atmosphäre auf, indem er dem Zuschauer Perspektiven serviert, die die fremden Gäste so nicht sehen bzw. bemerken, die aber außerordentlich beunruhigend wirken. Neben der unerklärlichen Tatsache, daß noch warmes Essen auf dem Herd steht, sich ein mehrfach ausgeschaltetes Radio immer wieder von selbst einschaltet, geschlossene Türen von selbst aufgehen und dergleichen mehr sind es vor allem seltsame Visionen, die die Soldaten hier fernab jeder Frontlinie haben: Immer wieder glauben sie Personen aus ihrer eigenen Vergangenheit zu sehen, die allerdings stumm bleiben und auch wieder verschwinden.
Als sie sich am nächsten Morgen auf den Weg machen, tun sie die Vorkommnisse der vergangenen Nacht als Hirngespinste ab. Aber nachdem sie einige Zeit durch die schier unendlichen schneebedeckten Wälder gezogen sind, kommen sie erneut bei diesem Haus an. Hier ist schon knapp die Hälfte des Films vorbei und langsam dämmert es auch dem Zuschauer: Die beiden sind in eine Art Zeitschleife geraten, aus der sie nicht mehr herauskommen. Der eigentlich an Wundbrand gestorbene Rune ist ebenfalls wieder zugegen, genauso merkwürdig stumm wie zuvor, das Radio schaltet sich erneut wieder ein, nachdem es abgedreht wurde und wieder haben die beiden Soldaten Visionen aus ihrer Vergangenheit. Was hat es nur mit diesem Haus auf sich, das seine "Gäste" nicht mehr gehen lassen will? Leider endet hier die eigentliche Story, denn bis auf Wiederholungen, die man im günstigsten Falle als verschieden erlebte Zeitebenen der drei interpretieren kann, geschieht dann nichts mehr. Trotz mehrerer Versuche scheitern die beiden Soldaten, die Geheimnisse zu ergründen, der ältere Kreiner sieht es als erster ein, daß man hier nicht mehr wegkommt. Für den Zuseher bedeutet dies allerdings ein höchst unbefriedigendes Ende, denn außer ganz wenigen Bildern zum Schluß und ein paar Textzeilen während des Abspanns gibt es keine "Lösung", bestenfalls ein paar Anhaltspunkte, wie man das Ganze erklären könnte.
Gut gefallen haben neben der hervorragend aufgezogenen Geisterhaus-Atmosphäre die eindrucksvoll düsteren Bilder der skandinavischen Schneelandschaft, auch die Charakterzeichnung der beiden Soldaten, die sich privat unterhalten, wobei der ältere von beiden, der ruhigere Kreiner, sich als Architekt aus München vorstellt, während er dem noch kriegs-unerfahrenen Fallschirmjäger Kreiss aus Berlin ab und zu Einhalt gebieten muß, ist durchaus interessant: "Was für eine neue Weltordnung soll denn das sein?" antwortet er einmal dem impulsiven Jüngeren, der den Norweger Rune am Anfang am liebsten gleich erschießen möchte, da er nach dessen Ansicht "nicht in die neue Weltordnung passt". Leider bleibt es in Punkto Charakterisierung bei diesen wenigen Ansätzen, die Thematik des zweiten Weltkriegs bleibt ansonsten völlig außen vor, und die beiden Soldaten hätten auch als Touristen oder sonstige Ortsfremde ihre Rollen spielen können. Auch andere aufgenommene Fäden dienen zum Teil nur der Ablenkung der Zuschauer, wie etwa ein nicht geglückter Exorzismus, der genausowenig zum tragen kommt wie ein kleines Mädchen, das immer wieder auftaucht. Alles weitere, ganz besonders die Erklärungsversuche, die der geneigte Zuseher nach Filmende sich zusammenzureimen beginnt, sind bestensfalls Interpretationen des zuvor Gesehenen - aber eben keine Lösung.
House – Willkommen in der Hölle beginnt vielversprechend, dann sind die Ideen ausgegangen und einen Schluß gibt es nicht - wenigstens kann man den drei Hauptdarstellern bescheinigen, daß sie ihre Rollen überzeugend darbieten. Summa summarum nur 5 Punkte.