Nur in der deutschen Titelgebung ist dieses B-Filmchen eine Fortsetzung zu „Crash Dive“, doch immerhin sind Thema und Qualität beider Filme ähnlich.
Statt eines U-Boot-Konstrukteurs spielt hier der Marinearzt Jake Fuller (Michael Dudikoff), der als Feigling gilt, weil er nicht mehr kämpfen will. Das hat aber natürlich viel tiefergehende Gründe, denn sein Brüderchen wurde vor Jahren bei einem Einsatz abgeknallt und Jake stand direkt daneben. Das übliche Heldentrauma, thematisiert durch ein recht maues Auftakt-Shoot-Out.
Derweil planen fiese russische Terroristen mal wieder den Umsturz und übernehmen ein U-Boot, indem sie Teile der Mannschaft beim Landurlaub umnieten. Für die an Bord Verbliebenen haben die Terroristen dann auch was Fieses aus Deutschland dabei. Nein, nicht Hannes Jaenicke, der spielt auch einen Russen, sondern deutsches Kampfgas, das im Irakkrieg eingesetzt wurde (arrgggghhhhh). Außerdem werden noch an einer Stelle die Syrer erwähnt, damit wir hier eine möglichst große Anzahl an Feindvölkern abdecken.
Das übernommene U-Boot hat eine neue Atomwaffe an Bord, doch ausgerechnet der Terrorist, der Spezialist für diese Waffe ist, atmet das Gas ein. Gut, das Jake nebst Krankenschwester während eines russisch-amerikanischen Manövers an Bord kommt. Er soll den Verletzten versorgen, doch beginnt bei erstbester Gelegenheit den Kampf gegen das Terrorvolk…
„Stirb langsam“ an Bord eines U-Boots, das ging schon bei „Crash Dive“ furchtbar in die Hose und auch die scheinbare Fortsetzung ist nur geringfügig besser. Übelster Stock Footage Klau (es gibt in den U-Boot-Kampfszenen das gewohnte Wiedersehen mit Momenten aus „Crimson Tide“ und „Jagd auf Roter Oktober“), ein langweiliges wie vorsehbares Dezimieren der Terroristen und Klischees bis zum Abwinken. Im Gegensatz zu „Crash Dive“ hat man sich hier wenigstens ein paar Ideen wegen Nachvollziehbarkeit gemacht (z.B. ist der Grund, warum unser tauchender Arzt kommt, gar nicht mal schlecht), doch Logiklücken tun sich trotzdem noch an diversen Stellen auf (das U-Boot crasht mit voller Wucht auf den Meeresboden, aber läuft nicht sofort voll Wasser und ist sogar noch feuerbereit).
Um dem dann noch die Krone aufzusetzen, ist die Menge der Actionszenen ziemlich gering, wenn auch etwas mehr als bei „Crash Dive“. Doch auch dieser hier leidet unter ähnlichen Problemen, nämlich dass die Gegnermenge zu gering ist, zumal Jake immer lange Verschnaufpausen hat und dann wieder mehrere Terroristen hintereinander plattmacht. Die Ballereien und Prügeleien sind relativ unspektakulär und können den Genrefan kaum bei Laune halten.
Darstellerisch taucht „Crash Dive 2“ dann auch ziemlich ab: Dudikoff rennt mit anderthalb Gesichtsausdrücken durch den Film, sein Krankenschwesternblondie hat noch einen halben weniger und die Fieslinge besitzen auch die Ausstrahlung eines Bündels ungewaschener Socken.
„Crash Dive 2“ ist ein ziemlich langweiliges, vergessenswertes B-Filmchen, das zwar geringfügig mehr Action als „Crash Dive“ bietet, aber auch das macht den Film nicht besser.