Review

Tim Allen spielt einen erfolgreichen Immobilienunternehmer, der von seinem Finanzberater betrogen wird, weswegen er und seine Frau, gespielt von Kristie Alley, deren Ehe allmählich bröckelt, in einer Amish-Gemeinde fern ab der Zivilisation Zuflucht suchen. Die Anpassung an das ländliche, bäuerliche Leben fällt den beiden anfangs überaus schwer.

"Zum Teufel mit den Millionen" ist ein rundum unauffälliger, glatt verlaufender Film, gewissermaßen eine Durchschnitts-Komödie, bei der mit Bryan Spicer, der sonst eigentlich eher mit TV-Produktionen und Serien in Erscheinung getreten war, ein eher zweitklassiger Regisseur am Werk war, aber dies ist sicherlich ein ansehnlicher Film der Marke "Schnell gesehen, schnell vergessen".

So ist der Verlauf der Beziehung der beiden Hauptfiguren ziemlich kalkulierbar, weil nicht allzu einfallsreich gestrickt, aber die Idee, die beiden reichen, leicht snobistisch veranlagten Charaktere schließlich ausgerechnet bei den landwirtschaftlich und religiös geprägten Amish untertauchen zu lassen, ist definitiv nicht schlecht und so kommen durchaus einige amüsante Stellen, meist mit Situationskomik, zustande, wobei nicht alle Gags zünden. Der beißende Humor der Amish-Religion gegenüber, der "Kingpin" zu einer derart überzeugenden Komödie machte, fehlt dabei leider gänzlich, dafür sind die beiden Steuerfahnder, die sich und die Steuerfahndung unglaublich ernst nehmen sehr amüsant, außerdem wird so ein gewisser Charme, ein sympathischer Grundeindruck erweckt, der den Zuschauer bei der Stange hält und auch die eine oder andere naive Wendung, bzw. den einen oder anderen missglückten Gag verzeihen lässt.

Erzählerische Raffinessen gibt es ebenfalls keine zu vermelden, aber das Tempo ist flüssig genug, dass der Film gelungene Unterhaltung bietet, aber auch nicht wirklich überhastet wirkt. Der Score bleibt dabei eher unauffällig, dafür überzeugen die Kulissen des Amish-Dorfes und die Ausstattung, die relativ authentisch wirkt. So lässt der Film alles in allem nichts anbrennen, unterhält damit auch recht gut, weil man sich dem sympathischen, heiteren Treiben als Zuschauer kaum entziehen kann, auch wenn der Film viel zu glatt verläuft und allzu sehr darauf bedacht ist, nirgendwo anzuecken, dass der Sprung übers Mittelmaß definitiv nicht gelingt.

Dann wäre da noch der sympathische, gut besetzte Tim Allen, der hier zwar nicht derart spielfreudig auftritt, wie in "Galaxy Quest" oder zuletzt in "Born to be Wild", aber doch souverän durch die Komödie führt und einige Lacher auf seinem Konto verbucht und damit im Endeffekt seine Aufgabe gut erfüllt. Kristie Alley verkauft sich als verwöhnte Ehefrau, der es anfangs noch schwerer fällt, bei den Amish zu leben, ebenfalls ziemlich gut und leistet sich keinerlei Fehler, während auch die Nebendarsteller keinen Grund zur Beschwerde lassen.

Fazit:
"Zum Teufel mit den Millionen" ist kurzweilig und unterhaltsam, verläuft aber derart glatt und kalkulierbar, dass er auch schnell wieder vergessen ist. Das Ansehen ist kein Fehler, aber auch kein Muss.

60%

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