Der junge Essenslieferant Ju verliebt sich in der Realität in ein unerreichbares Mädchen, und durchlebt dann im Cyberspace bzw in seiner Einbildung die Hatz nach dem Mädchen mit den Feuerzeugen, die durch Liebe vom Sterben bewahrt werden muss.
Der Film ist nicht verwirrend, wie oft geschrieben wurde; wenn man den Unterschied zwischen Realität und Einbildung erkennen kann, sollte man auch problemlos durchsteigen können, dass alles im Kopf von Ju stattfindet.
Dadurch, dass es in Form eines Spieles stattfindet und dementsprechend auch so dargestellt wird, verliert der Film aber die nötige Bodenhaftung, um wirken zu können. Er bleibt seelenlos und trotz der teilweise faszinierenden Bilder und auch der eigentlich ansprechenden Motivationen -
Verlust der 1ten Liebe.
Die Sehnsucht nach etwas Unerreichbaren.
Der Wunsch nach einem Heldentum und Grösse, das einen das Leben nicht bietet.
Das Verlangen, sich manchmal für Ungerechtigkeit rächen zu können
- seltsam kalt und steril, berührt einen nicht.
So folgt man zuerst interessiert, dann eher teilnahmslos den Abenteuern von Ju und dem SM - Mädchen, wobei einen die Letztere auch so gar nicht ans Herz wachsen will, da sie zuerst als Unperson gar nichts macht und dann später mit einem sinnlosen Amoklauf zwar die Rolle des Frustabsorbierers verlässt, aber durch das Töten von Unschuldigen auch nicht gerade die Sympathien gewinnt.
Sicherlich könnte man den Film auch sehr weit interpretieren oder anders interpretieren, bitte schön.
Jang Sun-woo wollte durch die chaotischen Bilder erreichen, dass der Zuschauer sich fragt, was nun real ist oder nicht, was Illusion ist und was Wirklichkeit. Und das der Zuschauer aufgefordert ist, mitzumachen, mitzuspielen.
Wenn das nicht erreicht wird, oder nur in Ansätzen, hat dann der Zuschauer verloren, oder der Regisseur ?
Jedenfalls bleibt rein visuell betrachtet eine Augenweide zurück, mit grossangelegten Actionszenen, schön gefilmt, aber für sich alleine nutzlos und eindimensional.
Versuch wars wert.