Dieses frühe Werk von Woody Allen gehört mit Abstand zu seinen bekanntesten Arbeiten. Das dürfte wohl an der Thematik und dem dazugehörigem Titel liegen.
Ganz so großartig wie sein Ruf ist der Film nicht und auch die Klasse vieler anderer Werke Allens wird größtenteils nicht erreicht.
Vor allem liegt die schwankende Qualität daran, das es ein Episodenfilm ist. Auch wenn keine der sieben Episoden schlecht ist, wirken sie dennoch zu unterschiedlich und unzusammenhängend um ein rundes Gesamtbild zu kreieren. Die einzelnen Geschichten sind weder ineinander verschlungen , noch bauen sie aufeinander auf.
Stil und Inhalt sind bei jeder Geschichte anders, einzig das sexuelle Thema eint diese Episoden. Im Prinzip könnte man also jede Episode einzeln bewerten, da jede ein kleiner abgeschlossener Kurzfilm ist.
Die besten Episoden (meiner Meinung nach die Sodomie-Episode und die beiden letzten) können voll überzeugen und sind qualitativ auf dem selben hohen Niveau wie die anderen Frühwerke des Meisters. Subtile Kritik und ätzender Spott gehen Hand in Hand mit für damalige Zeit sehr kontroversen Witzen. Natürlich wirken viele Witze und Handlungselemente heute sehr verstaubt, dennoch bot und bietet der Film eine große Inspirationsquelle für Komödienregisseure. Außerdem gibt es bis heute eigentlich keinen rein komödiantischen Episodenfilm der von höherer Qualität wäre.
Das Judentum bekommt mal wieder genauso viel Spott ab wie zeitgemäße gesellschaftliche Phänomene, hier nun mal die sexuelle Revolution der 70er. Speziell aufs Korn nimmt Allen ein zur damaligen Zeit extrem populäres Aufklärungsbuch über die Sexualität.
Insgesamt eins der schwächeren Werke Allens, besonders intellektuell. Nichtsdestotrotz ein kultiger Film, wichtig für das Gesamtwerk Allens und auch filmhistorisch nicht gerade unwichtig.