Der Titel ist so lang, wie der Film berüchtigt ist. Und zwar als hinreißend komische Auseinandersetzung mit den wichtigsten Fragen der sexuellen Revolution.
Woody Allen nimmt hier in sieben Episoden die Fragen, aus denen Sex-Bestseller gemacht werden aufs Korn und persifliert sie auf seine eigene Art, obwohl auf die Fragen an sich eigentlich eher selten eingegangen wird.
Allerdings wirkt die ganze Inszenierung nach dreißig Jahren kaum mehr zusammenhängend und dafür schon recht angegraut, wobei die einzelnen Segmente stark auseinanderfallen.
Im einzelnen:
Die Mittelaltersequenz, in der Allen den Keuschheitsgürtel per Liebestrank knacken will, ist Allen pur, einfach um 1000 Jahre zurückversetzt. Die zeitgenössischen Gags sind nicht eben aufregend, die Sprüche Allens wirken nicht selten leicht unpassend.
Anschließend wird es still-dramatisch, wenn Gene Wilder sein Leben und seine Karriere einem Schaf opfert, ein wirklich sowohl ruhiger als auch schrilles Opus, daß eine Beziehung in Rekordzeit ablaufen läßt. Immer noch schön.
Im dritten Segment kehrt Allen als italienischer Ehemann zurück, der seine Frau zum Orgasmus bringen will, dies aber erst schafft, als er sie in aller Öffentlichkeit verführt. Die Idee, alle nur italienisch (und ziemlich macho) sprechen zu lassen, ist besser als die leicht ziel- und pointenlose Ausführung.
Kaum besser die recht biedere Transvestitenszene rund um den männlichen Teil eines älteren Ehepaars, der bei Bekannten den Kleiderschrank plündert und dann in eine verfängliche Situation gerät. Immerhin ganz amüsant, wenn man das nicht eh abgelutscht empfindet.
Nett dann die Fernsehshow rund um die öffentliche Perversion. Sicherlich ein Ideengeber für "Kentucky Fried Movie" hat diese Episode damals sicher die Gemüter erregt (ein Rabbi läßt sich auspeitschen, während seine Frau vor ihm Schweinefleisch ißt). Allerdings ist die Grundsituation wieder aufregender als die Ausführung.
Die Knaller dann zum Schluß. Ein Brüller ist immer noch die Dr.Frankenstein-Variante, in der Allen in eine Horror-Klinik stolpert (wo jemand mit einem gigantischen Roggenbrot kopuliert!!!) und anschließend von einer Monstertitte verfolgt wird, ist eine hinreißende Parodie. Und ebensogut dann der Schluß, der uns in das Innere des Körpers bringt, wo während eines Rendezvous der Sexualakt kontrolliert und durchgeführt wird, mit Tony Randall und Burt Reynolds in der Schaltzentrale und Woody als Spermium, der Angstvisionen von einer Hartgummiwand oder der mysteriösen Pille hat.
Wer will, wird auch heute noch massig Spaß mit dem Film haben, doch bis auf das letzte Drittel sind doch gewisse Strecken arg zäh geraten, aus heutiger Sicht betrachtet. Als zeitgenössischer Klassiker aber unverzichtbar, zumindest zur Vollständigkeit. (6/10)