Für einen Actionhelden lässt sich Herr Wick ganz schön lange bitten. Nach einer ok Eröffnungs-Actionszene darf man Keanu Reeves zunächst mal lange Zeit beim Reden und Einkaufen begleiten, wobei einem Story und Motivation hier ja nun wirklich herzlich egal sind, da war man im ersten Teil noch mehr involviert. So aber ist der Film gleich zu Beginn eine halbe Stunde zu lang.
John Wick möchte aussteigen, kennt man ja, eine letzte Verpflichtung, ein letzter Job und dann natürlich der ganze Racherattenschwanz, der daraus folgt. Für die Klischees entschädigen dann teilweise die Action-Setpieces. Wenn nach etwa einer Stunde der erste überbrutale Gun-Fu-Fight losbricht, erinnert man sich wieder daran, was am ersten Teil so gut war. Das Sequel fährt jedoch auch solche Gegnermassen auf, dass man sich eher in einem Videospiel als in einem Film wähnt. Das zieht sich konsequent bis zum Showdown durch (sehr stylisch in einem Neon-Spiegelkabinett inszeniert), bei dem jeder Gegner als wandelndes Munitionsdepot genutzt werden muss, weil das Level nur mit einer begrenzten Patronenanzahl gestartet werden konnte.
Fazit: Der Überwältigungseffekt des ersten Films ist verpufft und kann auch nicht durch mehr „Story“ wettgemacht werden. Die unterweltliche „Killersociety“ verleiht dem Film einen Charmebonus und Keanu ist als Actionstar immer noch glaubwürdig. Hoffentlich bekommt er im nächsten Teil wieder etwas mehr zu tun.