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They Call Him Mr. Robot Junior

Helden boomen noch immer - also setzt Netflix mit ihrem brandneuen Film "iBoy" auf eine Mischung aus Videospiel ("Infamous", "Watch Dogs") & einem dreckigen Gangster-Helden-Abenteuer ala "Kick Ass" oder "They Call Him Jeeg Robot". Ein Londoner Teenager wird auf der Flucht vor Einbrechern von einer Kugel knapp überm Ohr gestriffen - jedoch verschmolz ein Teil seines Telefons, mit dem er gerade die Polizei rufen wollte, mit seinem Gehirn. !!!. Nun kann er die Technik in seinem Umkreis mit reiner Gedankenkraft lenken... Klingt leicht bescheuert & trashig - ist aber richtig gelungen umgesetzt. Ernst, düster, modern. Ein sympathischer Mini-Held, mit einer Superkraft, die extrem interessant & cool ist. Und in einer hochtechnisierten Zeit fast unendliche Macht verleihen kann. "iBoy" sprüht vor britischem Unterwelt-Charme & behandelt sein absurdes Thema mit genug Ernsthaftigkeit & Härte, ohne je zu düster zu werden. Schon jetzt früh im Jahr, eine kleine Streaming-Entdeckung. Macht wirklich Laune. Auf Straßen- & Indie-Level. 

Der Technologie-Junge & sein Kampf gegen die Londoner Unterwelt bzw. sein engeres Umfeld, verändert nicht das Superheldengenre oder kann sich mit den oben genannten Vorbildern messen, doch er ist eine grundehrliche Haut. Der Darsteller des iBoy ist ein guter Junge, der Look ist schmissig & die Story bleibt erfreulich geerdet. Über ein zu langsames Tempo kann man sich kaum beschweren & ich mag die Grundidee wirklich sehr. Krasse Idee, nette Darsteller (inklusive GoT-Star Maisie Williams) & eine grundsolide Umsetzung. Hier würde ich mich sogar ausnahmsweise über eine größer angelegte & vielleicht noch etwas härtere Fortsetzung  freuen. Wenn man intime Heldenstories mag & vielleicht die Erwartungen nicht allzu hoch schraubt, dann muss man "iBoy" mögen. Außer der genialen Grundidee fehlt eindeutig etwas Innovation & Muße, die Story ist fix vergessen & ein paar Logiklöcher muss man überspringen - dann wird man jedoch mit einer wirklich süßen & spaßigen kleinen High-Tech-Gangster-Hatz belohnt, die sich sehr gut weggucken lässt. Selbst wenn spürbar Potenzial an einigen Ecken verschenkt wurde. Die Liebesgeschichte wirkt erstaunlich echt & ehrlich. 

Fazit: ein fresher Held im Labyrinth der Technik - endlich wieder ein brauchbarer Netflix-Film. Nichts Weltbewegendes & teilweise sogar Potenzial für Größeres verschenkt, dazu ein einschränkend kleines Budget & eine sehr dünne Story - trotzdem ist "iBoy" nur halb so blöd wie sein Titel & ein sympathischer kleiner Brit-Heldenfilm. 

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