Die Erntemischung des Regiedebütanten Ivan Kraljevic orientiert sich an Vorbilder wie „Kinder des Zorns“ und „Shining“ und vermengt Familiendrama mit einigen übersinnlichen Elementen. Heraus kommt etwas halbgares, welches viel Beliebigkeit und Belanglosigkeit beinhaltet.
Um die Brüche in ihrer Ehe ein wenig zu kitten, fahren Dinah und Jake mit ihren Kindern Steven und Michaela aufs Land und beziehen für die Sommerferien ein Haus, nahe einer Siedlung in der die Amish leben. Dinah wird eindringlich gewarnt, ihre Kinder nicht in den Wald zu lassen, doch auch Jakes Gesinnung wird zusehends unberechenbarer…
Die Exposition durchleuchtet eine eher untypische Situation der Amischen: Der Junge Amos läuft in den Wald, nach seiner Rückkehr geht er ins Haus zur Familie und schlachtet diese ab, danach lässt er sich von einem LKW erfassen. Früh wird also suggeriert, dass in dem Wald das Unaussprechliche beherbergt ist, - was sich tatsächlich dahinter verbirgt, bleibt jedoch im Dunkeln. Ebenso, was die Sommersonnenwende als beeinflussendes Element zur Situation beiträgt.
Oder was in der Ehe vorgefallen ist, in der sich die Partner augenscheinlich ein wenig entfremdet haben und mit dem Trip aufs Land einen Neustart versuchen. Genregemäß sind Kinder recht empfänglich für Paranormales, folgerichtig sieht Steven den Geist des Killers aus dem Intro, während Michaela zwei Geisterkinder beobachtet, die sie in den Wald locken wollen. Vielmehr ereignet sich lange Zeit nicht, während der parallel ablaufende Handlungsstrang das Familienoberhaupt des Clans in den Fokus rückt, welcher damit beschäftigt ist, einen Jüngling vor der Versuchung des Bösen aus dem Wald zu schützen.
Aufgrund mangelnden Tempos und unspektakulärer Abläufe stellt sich rasch Langeweile ein, die Figuren und ihre Probleme sprechen kaum an und es mangelt hüben wie drüben an Spannung und Atmosphäre. Auf darstellerischer Ebene ist da wenig zu kaschieren, obgleich niemand völlig versagt. Auch einige Weitwinkelaufnahmen mit Feld und Wald im Hintergrund sind durchaus gelungen, doch die Ereignisse bleiben demgegenüber lasch und austauschbar.
So wird nur selten effektiv mit dem unberechenbaren Verhalten der Familienmitglieder gespielt, ein finaler Twist ist teilweise absehbar und auch der Showdown bietet außer kleinen Funkenwirbel keine erwähnenswerten Schauwerte, zudem tendieren die Gewalteinlagen gegen Null.
Unterm Strich eine schwache und kaum ertragreiche Ernte…
Knapp
4 von 10