In den vergangenen Jahren kamen viele gute Horrorstreifen aus Spanien, darunter einige Regiedebüts. Auch ein gewisser Amadeu Artasona versucht sich in düsteren Gefilden, doch nach Sichtung von „Don't Speak - Sag' kein Wort“, steht fest, dass er es besser lassen sollte.
Sieben junge Menschen sind mit einem Boot unterwegs, als sich einer von ihnen verletzt und medizinische Hilfe benötigt. Diese erhofft sich die Gruppe in einem kleinen Dorf an der Küste, doch die wenigen Bewohner warnen die Ankömmlinge, sich absolut leise zu verhalten.
Kurz darauf verschwindet der erste aus der Gruppe spurlos…
Artasona scheint einen speziellen Verfremdungsfilter für sich entdeckt zu haben, den er direkt für den Vorspann nutzt, später bei Traumsequenzen und einer Rückblende. Jener wirkt so, als wäre ein Malfilter mit dunklen Konturen über den Realfilm gelegt worden, hinzu kommen eingeschränkte Sichtfenster, was das Material leicht unübersichtlich gestaltet. Aber das ist nicht das eigentliche Manko des Streifens.
Problematisch ist bereits ein fehlender Sympathieträger, denn niemand aus der Gruppe kommt positiv rüber. Im Gegenteil, ein, zwei Figuren verhalten sich in prekären Situationen kontraproduktiv, wogegen alle den Ratschlag der wenigen Küstenbewohner in den Wind schlagen, leise zu sein. Es wird gerufen, gebölkt und gezetert und man wünscht dem Kollektiv ein baldiges Ableben.
Ob diese wirklich stattfinden, bleibt bis zum Schluss ungewiss, denn Gewalteinlagen werden tunlichst vermieden. Selbst die Schnittverletzung am Fuß, welche sich auf dem Boot ereignet, wird lediglich als Ergebnis mit etwas Latex und roter Suppe präsentiert. Ansonsten fließt überhaupt kein Blut, die Leute verschwinden schlichtweg.
Halbwegs okay in Szene gesetzt ist noch der Geist eines Mädchens und der Score suggeriert eine Dramatik, welche in Aktion zu keiner Zeit spürbar wird. Da spricht ein bleicher Junge mit tiefer Männerstimme, in einer edlen Bleibe findet sich ein ebenso edles Mahl vor und dennoch findet jemand in diesem einen Fingernagel, - alles Punkte, die nie erklärt oder durchleuchtet werden.
Stattdessen latscht man ziellos durch die Gegend, vertraut und misstraut einer angeblich hilfsbereiten Einheimischen und am Ende erfolgt eine Pointe, die wenig Sinn ergibt und unterstreicht, wie wenig durchdacht das Drehbuch ist.
Entsprechend kommen erst gar keine spannenden Momente zustande, anfangs erzeugt das scheinbar verlassene Küstendorf noch eine leicht unheimliche Atmosphäre, doch mit dem Auftauchen der wenigen Bewohner ist diese wieder dahin, da sämtliche Mimen auf Laienniveau performen. Jenes Niveau betrifft den kompletten Film, welcher außer einer interessanten Ausgangssituation nichts zu bieten hat, was Horrorfans glücklich macht.
2,5 von 10