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DER TEUFEL IN MISS JONAS ist einer der Höhepunkte in Erwin C. Dietrichs Filmschaffen, ein psychotronisch-erotisches Meisterwerk mit tollen Schauspielern und ungeheuer viel Spaß. Nun ja, Dietrich war nie dumm, und ihm war wohl auch klar, was er da für einen Reißer geschaffen hat. Also produzierte und drehte er noch im gleichen Jahr eine Art Prequel, in dem wir den Weg von Christa Free bis hin zum Star verfolgen: Dem Privatdetektiv Jim Bent werden 50.000 Franken geboten, wenn er für einen reichen alten Mann dieses unbekannte Pinup aus einer Zeitschrift auftreibt – Eben Christa Free. Die Suche führt Jim quer durch die Fotostudios, Tanzbars und vor allem WGs Zürichs, bis er Christa irgendwann findet. Die aber ist mittlerweile beim Film gelandet, hat Probeaufnahmen für DER TEUFEL IN MISS JONAS gedreht, und wird als kommender Star gehandelt.

Bin ich jetzt Justitia?“ „Pygmalion bist Du!!“ „Die ist doch so ordinär …

Doch leider entpuppt sich WAS GESCHAH WIRKLICH.. nicht als würdiger Nachfolger eines Meisterwerks, sondern als archetypischer ECD-Film, komplett mit Nonstop-Kalauern aus dem Off, nackten Frauen die nichts anderes machen als nackt da zu stehen und mit den Hüften zu wiegen, und ausgesprochen unerotischen Dekors. Der ein oder andere Kalauer ist bei der Dauerbeschallung aus dem Hintergrund durchaus vorhanden („Hauptrollen spielen sich von selber.“), und Christa Free ist sehr schön anzuschauen, wenngleich auch nicht so aufregend in Szene gesetzt wie in DER TEUFEL IN MISS JONAS. Ausgesprochen interessant sind die Szenen rund um den Film, bis hin zu der Einstellung, in welcher der Zuschauer aus Sicht des Schauspielers sieht wie Dreharbeiten so aussehen. Da Christa in diesem Augenblick komplett nackt ist (was sie in diesem Film eigentlich fast immer ist) kann sich der Zuschauer sehr gut vorstellen wie es ist, sich nackt auf einem Fell zu räkeln, während ein Haufen desinteressierter Männer einen anstarren. Spannend!

Wenn Sie weiter so Terror machen lege ich die Regie nieder!“ „Das glaube ich nicht, das haben sie mir schon zu oft versprochen.

Ein paar hübsche Aufnahmen von Zürich, viele hübsche Bilder von Christa Free, und sehr viel Leerlauf ergeben in Summe etwas, was man sich getrost sparen kann. Dann lieber den ersten Teil noch mal, der lohnt wirklich …


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