Leck mich am Arsch!
„Pieles“ gibt’s im äußersten, internationalen Genrewinkel von Netflix zu finden - und wenn sich ein „Mainstreamler“ dorthin verläuft, wird er von dieser spanischen Fliege wohl gleichermaßen geschockt, fasziniert, angewidert und verstört werden. Für uns „Filmfreaks“ ist das Langfilmdebüt von Eduardo Casanova definitiv ein lohnenswerter, interessanter, künstlerisch wertvoller und reizender Beitrag zum Thema Bodyhorror, neue Normalität, Kunst und… „Filmfreaks“. Denn hier werden in nichtmal 80 flotten Minuten die Schicksale mehrerer (vor allem optisch extrem) „besonderer“ Menschen verwoben und gezeigt - und dabei sind Verbrennungen am gesamten Körper oder ein junger Mann, der unbedingt seine Beine los werden will, noch die geringsten „Abnormitäten“…
Anders allerliebst
Arschgesichter und Freaks wie wir,
Schönheitswahn und Töne auf dem Klavier,
früher nichtmal im Nachtprogramm um vier,
benimmt sich der Mensch oft genug wie ein Tier,
nach Perfektion unsere Gier,
wird hier aufgespießt wie von 'nem Stier,
steh ich allein am weirden Pier,
und schreie gönnt euch das hier,
das gefällt sicher nicht nur mir,
dazu braucht man nichtmal 'nen Bier,
das geht ab wie auf einem gewachsten Skier,
bringt Muskeln wie Skyr,
saugt Ideen wie'n Vampir,
traut man sich sonst nichtmal auf Papier,
geht an Zwerchfell und zugleich Nier',
Andersartigkeit nicht nur zur Zier,
selbst wenn ich nicht jede Idee kapier',
ist’s dennoch vom Massengeschmack wunderbar clear.
Fazit: mutig, kontrovers, hübsch und clever - eine pittoreske Pastellzumutung!
P.S.: der Nachfolger des Regisseurs im Geiste und in der Optik, „La Pieta“, läuft übrigens die Tage auf dem Fantasy Filmfest!