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Am Tatort eines Doppelmordes wird die junge Margarita nackt und verstört aufgegriffen und prompt in die psychiatrische Anstalt von Dr. Farkas eingeliefert. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei den Opfern um Diamanten-Schmuggler und sowohl Dr. Farkas als auch dessen Ehefrau Irina sind hinter den wertvollen Klunkern her. Eingepfercht zwischen den anderen, nymphoman veranlagten Insassinnen, die sich natürlich auch an ihr vergreifen, versucht das Ärzte-Paar mit seinen kinky Behandlungs-Methoden der nun stummen Margarita das Versteck der besagten Edelsteine zu entlocken. Dummerweise treibt da aber auch noch ein Mörder in der Klinik sein Unwesen, der nach und nach die weibliche Belegschaft um die Ecke bringt und es auch auf Margarita abgesehen hat... "Frauen ohne Unschuld" (aka "Wicked Women - Haus der mannstollen Frauen"... auch nicht schlecht!) ist ein mit Krimi-, Giallo- und Psycho-Thriller-Motiven versetztes Sexfilmchen, das sich in genau jener schundigen Sleaze-Manier vor dem Betrachter abspult, die man sich von dem "Dream-Team" Jess Franco und Erwin C. Dietrich erwartet: Zwischendurch wird ab und an zwar mal der Versuch unternommen, tatsächlich sowas wie 'ne Handlung zu erzählen, aber hauptsächlich wird die Laufzeit mit Non-stop-Gevögel über die Runden gebracht... und die Szenen, in denen die attraktiven Darstellerinnen NICHT nackt sind, kann man da wirklich an einer Hand abzählen und braucht dazu vermutlich noch nicht mal alle Finger! Wer sich ein wenig im Œuvre des umtriebigen spanischen Vielfilmers auskennt, der weiß ja bereits, dass ihm derlei Schmuddelkram mal mehr und mal weniger gut gelungen ist, aber in "Frauen ohne Unschuld" geht die Rechnung auf. Handwerklich ist diese Sexploitation-Variante von "Einer flog über das Kuckucksnest" voller sexy Lesben gar eine von Jess Francos besseren Arbeiten, denn langweilig ist das alles wirklich nicht geworden und ab und an gelingt ihm doch glatt auch mal eine recht beeindruckende Einstellung, während er sich seine sonst für ihn so typischen Kamera-Zooms weitestgehend verkneift. Am schwächsten ist der Streifen aber doch, wenn man ihn unter reinen Genrefilm-Aspekten betrachtet, wozu man sich ob der zwischendurch immer wieder gesetzten Close-Ups auf das Auge des Killers doch regelrecht provoziert fühlt... jedweder Vergleich mit einem frühen Argento verbietet sich da aber doch, denn inhaltlich regiert hier sogar noch mehr als in "Die neunschwänzige Katze" oder "Vier Fliegen auf grauem Samt" schlichtweg nur der schiere Schwachsinn. Immerhin: Die Klapsmühle als Handlungs-Ort ist gar kein unpassendes Setting für ein paar sachte Body-Count-Anleihen und Franco-Muse Lina Romay (hier zur Abwechslung mal mit schnuckeliger Kurzhaar-Frisur) füllt ihren Opfer-Part mit ihren großen Rehaugen und der üblichen Textil-Allergie auch allemal zufriedenstellend aus. Hey, listen... Jess Franco-Streifen sind 'ne Mood und wenn man in der richtigen Stimmung dafür ist, dann ist das hier ein guter...

7/10

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