Review

In der Zukunft wird der Wilde Westen in den Weltraum verlegt!
Durch Zufall bin ich auf "Firefly" gestoßen, und konnte sofort die Serenity inklusive Besatzung in mein Herz schließen.
Es ist eine neue Art für eine Sci-Fi Serie, die Mischung aus Western Elementen und fiktionaler Raumfahrt bietet. 500 Jahre in der Zukunft besiedeln die Menschen neue Planeten und nur die zentralen Planeten der Allianz sind hoch technologisiert, die Planeten außerhalb sehen eher aus wie zur Zeit der Original Cowboys, gemischt mit etwas HighTec. Das Frachtschiff der Firefly Klasse namens Serenity unter Captain Malcolm Reynolds fliegt häufig zwischen all diesen Planeten hin und her, um nicht legale Geschäfte abzuwickeln und der Allianz zu entkommen. 'Mal' Reynolds (Nathan Fillion) hat seit dem Krieg einen Hass gegen die Allianz und Gefühle wie Hoffnung und seinen Glauben verloren. Ähnlich ergeht es Zoe (Gina Torres), die mit 'Mal' im Krieg war und jetzt so eine Art erster Offizier auf der Serenity ist. Sie ist verheiratet mit 'Wash' (Alan Tudyk), dem Piloten des Schiffs. Zu der Crew gehört dann noch Jayne (Adam Baldwin), der für Geld so ziemlich alles machen würde, geistig nicht unbedingt der hellste ist, aber dafür einen flinken Finger am Abzug hat, und Kaylee (Jewel Staite), die Mechanikerin mit den liebevollen Gefühlen für ihre Serenity. Dazu kommt noch Inara (Morena Baccarin), die ein Shuttle der Serenity gemietet hat und ihrem Beruf als eine Art 'Mätresse' nachgeht. Als Passagiere kommen dann noch der etwas ominöse Priester (Ron Glass), der Doktor Simon (Sean Maher) und seine von Regierungs Wissenschaftlern geqäulte Schwester River (Sommer Glau) auf das Schiff.
Joss Whedon hat bekanntlich ein Geschick für gute Charaktere. Allesamt haben ihre Eigenheiten und Geheimnisse. Mit Co-Autor und -Regisseur Tim Minear bringt er sie in spannende und unterhaltende Situationen. Immer wieder lustige Sprüche zwischen Ironie und Sarkasmus. Dann wieder gekonnte Action- und Spannungselemente. Und geflucht wid dann auch gern mal auf Chinesich.
Die Serie kam nie über die erste Staffel hinaus. Nach 14 Folgen war Feierabend. Mitten in der Geschichte abgebrochen. Die über die ersten Folgen angerissenen komplexen Geheimnisse und Beziehungen der Charaktere und des Universums um sie herum blieben alle offen. Auch wenn es keine finale Auflösung all dieser Dinge gibt macht es Spaß die Serie zu gucken, denn die Ausstattung der Serie ist toll, wie erwähnt sind die Charaktere interessant und sehr gut gespielt, trotz eher unbekannter Schauspieler (aber das hat ja nicht immer was zu sagen).
In den Special Features auf der DVD kommen die Darsteller auch zu Wort und die allseits bekannte Lobhudelei beginnt. Allerdings merkt man dort woher ihre gute Leistung kommt. Alle reden von "einer tollen Zeit" und "es war wirklich wie unser eigenes Raumschiff" etc., aber der Unterschied zu anderen Filmen/Serien und deren Darstellerkommentaren ist, dass hier die Chemie stimmt und man es wirklich glauben kann.
Vorteil für die Serie ist wohl auch der Faktor des Absetzens gewesen. Mag die Vorhersehbarkeit mancher Episoden vielleicht auch manchmal den Spaß etwas getrübt haben, umso besser wurden die Folgen mit jedem weiteren Mal. Es gibt also keine richtig langweilige Folge, weil der Serie sonst wohl ein noch früheres Aus gedroht hätte. Was den Episoden weiteren Schwung gab waren die manchmal wackeligen Kameraeinstellungen, Schwenks und Zooms. Mag vielleicht komisch klingen, aber das was gegen die "Regeln des Filmens" verstößt, passt hier perfekt. Das kann sich nicht jede Serie oder Film erlauben bzw. es sieht nicht überall so gut aus.
Um dem ganzen immer wieder die richtige Stimmung zu geben, wurde ein abwechslungsreicher Soundtrack hinzugefügt. Ob klassische Elemente oder Western-Stil, alles vorhanden.
Joss Whedon hat sich sogar an die Physik gehalten: Im Weltraum (also im luftleeren Raum) gibt es keinen Schall. Kein 'zisch', kein 'fauch', aber trotzdem nie träge Szenen. Dafür ein klasse Design der Schiffe und Welten.
Wo er sich von der Physik wieder etwas verabschiedet hat sind die technischen Einzelheiten seines "Firefly"-Universums. Auch die aus "Star Trek" bekannte 'Technologie Besessenheit' existiert nicht. Bis auf den interstellaren Antrieb gibt es kaum riesige technologische Weiterentwicklungen. Zwar ist alles Sci-Fi, aber doch immer noch mehr oder weniger realitätsnah. Das macht die ganze Serie auch zugänglicher für Non-Sci-Fi Zuschauer. (z.B. gibt es auch keine Aliens, dafür aber eine menschliche Splittergruppe von Kannibalen, namens "Reavers")
Also bleibt der Eindruck eines rasanten Weltraum-Abenteuers für alle Sci-Fi Fans und auch für die, die sich gerne durch innovative Ideen unterhalten lassen. Ganz klare Serienempfehlung.

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