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Joss Whedons Firefly - Der Aufbruch der Serenity

500 Jahre in der Zukunft hat sich das uns bekannte Universum ein klein wenig verändert. Die Erde ist ein unbewohnbarer Planet, und die Menschheit hat sich viele Jahre zuvor in Raumschiffen in einer nie dagewesenen Diaspora neue Lebenräume im Weltraum erschlossen. Neue Planeten, neue Monde, alle "terraformt" ... die inneren Planeten werden von der "Allianz" verwaltet und regiert, an den Randgebieten aber herrscht so etwas wie Wilder Westen ...

Das Fracht-Raumschiff "Serenity" (Firefly-Klasse) durchpflügt den Weltraum, angeführt von Kapitän Malcolm Reynolds, gelenkt und gewartet, geliebt und verflucht von einer eingeschworenen Gemeinschaft von Individuen, alle auf der Suche nach Freiheit, Abenteuer und ... Geld. Und Glück. Natürlich.

Die Serie spielt 6 Jahre nach einem großen Krieg um Unabhängigkeit, den "Rebellen" gegen die "Allianz" verloren haben ... Kapitän Reynolds und sein erster Offizier Zoe gehörten einst zu diesen Rebellen, entsprechend übellaunig und misstrauisch sind ihre Ansichten und Reaktionen gegenüber der "Allianz" ...

An den Randgebieten des Einflussbereichs dieser Allianz handeln unsere Helden ... auf halblegalem Weg. Manchmal wird offiziell Fracht geflogen, dann wieder sind es Passagiere, oft wird geschmuggelt - man muss sich eben durchschlagen. Das eine oder andere mal ist auch ein simpler (aber was ist bei Mal Reynolds schon simpel?) Raubüberfall dabei. Die Manschaft ist irgendwie immer knapp bei Kasse, die "Serenity" ständig reparaturbedürftig ...

Und dann ist da ja noch die Allianz, gegen die man sich wehren muss, und die geheimnisvollen "Reaver", durchs All fliegende Kannibalen, grausam und ohne Gewissen, vor denen man sich in acht nehmen muss. Die lieben es, Menschen noch vor dem Ableben zu verspeisen.
Und nicht zu vergessen die diversen Auftraggeber, die - so man vereinbarte Absprachen nicht einhält - ziemlich rigoros der Manschaft der Serenity den Garaus machen möchten ... Also keine ganz einfachen Zeiten für Malcolm Reynolds und seine Manschaft.

Das die Serie dennoch einen sehr hohen komödiantischen Anteil hat, spricht für Joss Whedon und seine Mitschreiber ... ja, man kann sagen, alles in allem ist die Serie gar heiter - spannend auch, aber niemals über ein bestimmtes Maß hinaus grausam. Es menschelt zwischen den Mitgliedern der Manschaft, und zwar heftig. Selten habe ich in einer TV-Serie einen derart gut aufeinander abgestimmten Cast erlebt. Die Darsteller sind brillant und füllen die einzelnen Geschichten mit Leben. Witz, Trauer, Lachen, Dramatik, Running Gags, Action ... alles ist drin.

Aber leider: Bevor man als Zuschauer alle Geheimnisse um River, ihren Bruder Simon, die "Männer mit den blauen Händen" und den Priester Book aufgelöst bekommt, hat der US-Sender FOX die Serie gestopt. Mittendrin in der ersten Season ...
Vielleicht waren eine Edelnutte als Besatzungsmitglied, ein splitterfasernackter Kapitän in der Wüste, eine durchgeknallte Elevin, die den Inhalt der Bibel "reparieren" möchte, und allerlei offen vorgetragene und versteckte Gotteslästerei (um nur einige Beispiele zu nennen) doch ein bischen zu starker Tobak für den Sender?
Aber was hätte das für eine Serie werden können! Meines Wissens gingen die Rechte dann an Universal, und die Verantwortlichen dort gaben Mr. Whedon grünes Licht für einen abendfüllenden Spielfilm: "Serenity". Whedon benutzt diesen - nach eigener Aussage hauptsächlich für Fans der Serie "Firefly" gedrehten Film - dazu, einige der offenen Handlungsstränge der Serie zu verknoten, um so wenigstens ansatzweise dem Publikum zeigen zu können, was alles im Firefly-Universum möglich gewesen wäre.

Alles shiny. Wir fliegen noch. Das ist die Hauptsache.

fonu

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