500 Jahre in der Zukunft. Die Menschheit hat sich im Weltall breitgemacht und diverse Kolonien gegründet, auf der Erde herrscht ein totalitäres Regime und Kriminalität und Chaos sind allerorten an der Tagesordnung. Vor diesem Hintergrund hat es die bunt zusammengewürfelte Crew des kleinen heruntergekommenen Raumfrachters „Serenity“ nicht leicht, für ihren Lebensunterhalt und für genug Nahrung an Bord zu sorgen. So nimmt man dankend jeden Job an, der mit mehr oder weniger legalen Mitteln dazu führt, sich über Wasser zu halten.
Gute Science Fiction abseits von Föderation und Imperium ist gerade im Serienbereich relativ dünn gesät, Babylon 5 kommt mir da in den Sinn, aber eben auch Firefly hat(te) großes Potential, wurde aber leider viel zu früh abgewürgt. Während General Hospital dieses Jahr in die 63. Staffel geht, war hier nach 14 Episoden Feierabend, aber zumindest wurde den Fans nach dem Ende noch ein abschließender Kinofilm spendiert, was zeigt das von Seiten der Fans doch eine gesunde Basis vorhanden sein mußte.
Der Name Firefly bezieht sich dabei auf die Raumschiffklasse der Serenity, bedeutet auf Deutsch Glühwürmchen, und genauso sieht das Schiff aus, wenn es mit glühenden Poppes durchs All stromert. An Bord sind Captain Malcolm Reynolds und seine bunt gemischte Crew aus Schmugglern, Waffenfreaks und Blumenkindern, was schonmal generell zu amüsant kontroversen Beziehungen und Dialogen führt. Als bestenfalls Viertellegales Unternehmen beginnt ein täglicher Kampf ums Überleben, denn im Hintergrund herrscht die sogenannte Allianz, denen man mehr als einmal unliebsam begegnen muß.
Neben den netten Figuren ist aber auch die Struktur der Serie sehr ungewöhnlich. Formal gilt zwar das Konzept des SciFi, aber es gibt auch erhebliche Einflüsse aus dem Westerngenre. Es wird geritten geschossen und sogar real oft gestorben (was ein erfreulicher Unterschied zu den meisten Weichspülerserien ist) und auch Captain Mal ballert nicht mit einem Phaser durch die Gegend, sondern hat einen Colt im Halfter, der auch Ben Cartwright gut gestanden hätte. Die zwei Genres schreien jetzt nicht unbedingt nach einer Kombination, aber Joss Whedon hat das gut hinbekommen.
Firefly bietet für mich eigentlich alles, was eine gute Serie ausmacht, sympathische Darsteller, für Serienverhältnisse gelungene Effekte und CGI, Humor und auch eine nicht allzu glattgebügelte Storyline. Schade das man über die Reaver als kannibalistische Bedrohung im Hintergrund nicht mehr erfahren hat, das hätte noch jede Menge Potential gehabt.
8/10