Review

Fällt den Machern von Spukhausfilmen nichts mehr ein, müssen austauschbare Titel für ebenso austauschbare Stoffe her, so dass „In the Dark“ die Faust genauso aufs Auge trifft wie der Originaltitel „The Sublet“, was soviel bedeutet wie die Untervermietung.

Joanna (Tianna Nori) und Jeff (Mark Matechuk) sind mit ihrem Neugeborenen Porter in ein Apartment gezogen, welches zuvor ebenfalls eine junge Mutter bewohnte. Während Jeff seine Karriere als Schauspieler anzukurbeln versucht, ist Joanna häufig allein. Sie findet ein Tagebuch der Vormieterin und bemerkt, dass sich Möbel von selbst bewegen…

Bei einer Geschichte, die fast auf nur ein Paar begrenzt ist und zudem an nur einem Schauplatz stattfindet, muss entweder die Prämisse rasch zünden oder Mimen mit Ausstrahlung und einer interessanten Figurenzeichnung müssen es richten.
Beides ist hier kaum gegeben.

Tianna Nori performt zwar einigermaßen glaubhaft, bringt jedoch null Charisma mit und kann das Treiben nur schwerlich allein stemmen. Matechuk ist ihr dabei keine Hilfe, obgleich die Chemie zwischen den beiden stimmig ist, - beide sind Transusen. Das Interieur der Wohnung ist ebenfalls langweilig, denn bis auf olle Bilder, ein angeranztes Sofa und ein Telefon mit Wählscheibe befindet sich da nichts markantes und es kommt null Atmosphäre auf.

Auch die Effekte kaschieren nichts, denn bis auf einen huschenden Schatten und sich plötzlich öffnende Türen ist nichts auszumachen, später gesellen sich immerhin noch zwei ordentlich inszenierte Gewalteffekte hinzu, welche allerdings kaum eine FSK18 rechtfertigen.

Regisseur und Co-Autor John Ainslie beabsichtigte offenbar ein Verwirrspiel zwischen Psychose, Alpträumen, der Vermengung von Gegenwart und Vergangenheit infolge extremer Isolation, Einsamkeit und Überforderung, doch die Mixtur mutet willkürlich und ziellos an. Phasenweise tritt das Treiben merklich auf der Stelle und dennoch kristallisiert sich bis zuletzt nicht deutlich heraus, was Einbildung ist und was eventuell den Tatsachen entspricht. Denn Ainslie reiht lediglich Szenen aneinander, liefert jedoch kein brauchbares Fundament und lässt allenfalls erahnen, was sich in dem Apartment abspielt.

Spannung kommt bei alledem natürlich nicht auf, da sich die Empathie gegenüber den Hauptfiguren in Grenzen hält und ohnehin kaum eine greifbare Bedrohung auszumachen ist, mal abgesehen von einer Obdachlosen, welche zweimal auffällig vor dem Haus herumlungert.
Der Showdown soll indes ein wenig schockieren, doch man ahnt früh, dass eben jene Wendung eintreten wird, wofür ebenfalls keine nachvollziehbare Motivation geliefert wird.

So ödet der Stoff über weite Teile an, die eindimensionalen Abläufe und die flachen Figuren unterhalten nicht, paranormale Einlagen finden sich fast gar nicht und vereinzelte Rückblenden bringen ebenfalls kaum Abwechslung, während psychologischer Tiefgang und wirklich düstere Gefilde Mangelware darstellen. Tja, wahrlich „In the Dark“, denn es kann ohne weiteres passieren, noch vor Ablauf der 82 Minuten wegzuschlummern…
3 von 10

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