Review

kurz angerissen*

Animationsfilme mutieren ohnehin zunehmend zu riesigen Spaßrutschen mit steilen Abfahrten und furiosen Kamerafahrten, um betretenes Schweigen zu vermeiden, das in leiseren Tönen vorkommen könnte... warum also nicht gleich die Geburtenkanalrutsche verfilmen?

„The Boss Baby“ setzt ganz früh an und könnte von seiner Anlage her somit eine gewitzte Abrechnung mit der Leistungsgesellschaft sein, die ihren Nachkommen am liebsten noch im Kindergarten zwei Fremdsprachen beibringen will; mit Alec Baldwin, dessen süffisante Darstellung eines TV-Chefs in „30 Rock“ immer noch nachwirkt, ist das Baby außerdem stimmlich brillant besetzt.

Der Versuch, sich in die Gedankenwelt eines Kindes hineinzuversetzen, knüpft an einige der in sich gekehrten Pixar-Werke wie „Oben“ oder „Alles steht Kopf“ an, ebenso wie einige der imaginativen Fantasiegebilde, die das Drehbuch jenseits der erwachsenen Figuren errichtet. Dass diese nach Superagenten- bzw. Villain-Vorbild konstruiert sind, ist wiederum eher auf einen „Despicable Me“-Einfluss zurückzuführen, ebenso wie der temporeiche, oberflächliche Handlungsaufbau.

Letztlich muss man enttäuscht feststellen, dass „The Boss Baby“ ausschließlich auf den offensichtlichen Baby-im-Anzug-Kontrast setzt und sich mit einer Gag-Parade aus der Affäre ziehen will, die dieses Thema konsequent durchzieht. Die Verniedlichung des Seriösen macht alleine aber noch kein Gerüst für gute Comedy. Das Publikum sieht so etwas aber naturgemäß manchmal anders: DreamWorks hat schon mal eine Fortsetzung angekündigt. Kann nur erwachsener werden.

*weitere Informationen: siehe Profil

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