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Zwei Brüder und ein Mädel aus den Staaten wollen sich bei einer Reality-Show bewerben, um den Hauptpreis von 100.000 $ zu gewinnen - für das erforderliche 7-Minuten-Video entscheiden sie sich zum Hai-Käfig-Tauchen nach Australien zu fliegen. Der eine er beiden Brüder filmt die ganze Zeit fleißig mit, und so dauert es fast eine halbe Stunde, bis die partyverwöhnten Twens endlich mit einem Touristen-Haitaucher aufs Meer hinausfahren. Aber wie das Leben so spielt, eine Monsterwelle verschlingt Boot und Crew und plötzlich treiben die drei mutterseelenallein im offenen Meer, natürlich genau dort, wo sich gerne Haie tummeln. Die lassen dann auch nicht lange auf sich warten, zeigen aber beachtlichen Respekt den amerikanischen Gästen gegenüber und lassen den filmenden Bruder solange verwackelte Bilder von Wasser und Luftblasen machen, wie dessen Kamera-Akku hält...

Der dritte Teil des Open-Water-Franchise dreht sich erwartungsgemäß mal wieder um ein paar junge Leute, die auf dem offenen Meer ums Überleben kämpfen - eingebettet ist das Ganze in den bekannten Found Footage-Stil, indem zu Beginn ein Tauchprofi eine Kamera in einem Felsen am Meeresgrund findet und da die Speicherkarte derselben noch tadellos funktioniert, kann mit den darauf befindlichen Filmsequenzen die Geschichte der drei jungen Kalifornier rekonstruiert werden. Vom prinzipiellen Aufbau her könnte das einigermaßen funktionieren, auch wenn durch das anfängliche zufällige Auffinden der Kamera bereits fast sämtliche Spannung herausgenommen wird, da damit ein Unglück bereits als sicher angenommen werden kann.

Warum der Film aber dennoch an keiner Stelle auch nur halbwegs erträglich ist, liegt an der Verwendung einer nervtötend wackligen Handkamera: Schon bei der viel zu lang dauernden Vorstellung der drei Charaktäre (mehr sind es tatsächlich nicht) werden amateurhaft geschnittene Sequenzen verwendet, was als Stilmittel des Found Footage so gerade noch durchgehen kann, wenn nach einer halben Stunde dann aber das Gewackel im Wasser beginnt, mag man kaum mehr hinschauen: Ausschließlich unscharfe POV-Shots und Close-ups von Luftblasen knapp unterhalb der Wasseroberfläche mit herumzappelnden Twens und manchmal unscharfen Umrissen von Haien, gemischt mit einigen Nachtszenen, in denen es undefinierbare Leuchtpunkte zu sehen gibt oder der Bildschirm sekundenlang ganz schwarz bleibt. Dazu das immer hysterischer werdende Gebaren vor allem des Mädels, der man, genauso wie den anderen beiden, schnellstmöglich eine Karriere als Haifutter vergönnt. Das beiläufig eingestreute Soap-opera-Element, daß sie mit beiden Brüdern jeweils eine Beziehung hat, von der diese aber nichts ahnen, spielt dabei keine große Rolle mehr; auch der Titel Open cage dive ist strenggenommen Etikettenschwindel, da der Haitauchkäfig nur kurz über Wasser gezeigt wird und mit dem Boot dann endgültig verschwindet. Dass die Monsterwelle nur Sekundenbruchteile zu sehen ist, mag noch angehen, daß das ganze Boot so spurlos verschwindet schon nicht mehr, zumal der anfänglich gezeigte Fundort der Kamera in eher flachem Gewässer liegt (Helligkeit des Wassers dort) - aber egal, alles fokussiert sich auf drei im Wasser treibende Twens, die sich vollkommen planlos verhalten, so als wären zum ersten Mal im Leben im nassen Element.

Aber bevor die ab und zu auftauchenden, aus sicherer Distanz gefilmten und später hineingeschnittenen, dafür aber wenigstens echten Haie die Sache beenden, vergehen quälend lange Minuten, in denen das Drehbuch die Pein des Zuschauers mit einigen sinnlosen Einfällen zu verlängern sucht: Das kommen plötzlich Rettungswesten angeschwommen, drei Stück an der Zahl, weil´s genau drei Schiffbrüchige sind, später kommt eine Mülltonne(?) des Weges, die aber von den Haien gefressen(?) wird, bevor einer der drei Taucher sie heranholen kann (immerhin sind die Haie danach satt und lassen die drei in Ruhe), und schließlich treibt dann nachts(!) noch eine verpackte Rettungsinsel auf die drei zu (ja, was für ein Glück!) und sie schaffen es sogar diese sich entfalten zu lassen, nur um sie kurz darauf mit einer Leuchtrakete abzufackeln...
Und erst dann, wenn der immer wieder eingeblendete Akkustand des wasserdichten Camcorders langsam zur Neige geht, ahnt der geplagte Zuschauer, daß jetzt bald Schluß sein muß - falls er nicht schon längst vorher abgeschaltet hat, weil man diesen unspektakulären Pixel-Müll einfach niemandem zumuten kann. 1 Punkt.

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