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In einem Pariser Edelbordell gehen seltsame Dinge vor sich. Die adretten Damen um Hausherrin „Blue Rita“ räkeln sich nicht nur lasziv beim Poledance, sie foltern auch tüchtig. Und zwar Kunden, die sie für Agenten oder Spione halten. Um diese um ihr Harterspartes zu bringen, übergießen die Mädels ihre Opfer mit einem grünen Aphrodisiaka und setzen sie unerträglicher, unbefriedeter Wollust aus, bis diese einknicken…

„Sie weiß zuviel und ist eine gefährliche Hure! Ich verurteile sie zum Tode!“

DAS FRAUENHAUS a.k.a. BLUE RITA ist gehobener Franco-Erotiksleaze. Zwar geht es auch hier hauptsächlich um die Zurschaustellung nackten Fleisches und nicht etwa um Story, Dramaturgie und sonstigen filmischen Firlefanz. Dennoch glänzt der Streifen mit einer einladenden 70’s-Optik und vielen psychedelisch anmutenden Stilelementen. Aufblasbare Plastikmöbel, eine Lichtorgel, pinke und grüne Toupets, silberne Weltraumnuttenstiefel – dies gepaart mit leichten Anwandlungen von Nazi-Chic, ergo: folternden Damen mit Gasmasken und Uniform.
Zu den Opfern von „Blue Rita“ gehören Westdeutsche Verfassungsschützer und Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes. Die Szenen, in denen die nackten, im Kerker-Stil gefesselten Männer mit dem grünen Geilheitsschleim übergossen werden, sorgen ordentlich für Stimmung. Angenhem auch, dass hier bei der Folter mal die Herren der Schöpfung herhalten müssen und nicht, wie sonst bei Franco so üblich, die Holde Weiblichkeit. Zwischendurch tänzeln die Ladys wieder vor Publikum, liebkosen den Elefantentanga-Rüssel ihres Partners oder balzen an altrömischen Statuen herum. Um was es eigentlich gehen soll, versteht kein Mensch. Ansatzweise um Spione, Interpol, den KGB – echt kein Plan. Wenn man sich aber, wie bei VAMPYROS LESBOS, einfach den (optischen) Sinnesfreuden hingibt, kann man BLUE RITA durchaus Unterhaltungswert abgewinnen.
Neben Jesus Franco war ein weiterer Unhold der damaligen Europäischen Filmszene beteiligt und zwar der Schweizer Schmuddelfilmer Erwin C. Dietrich, bekannt für ICH – EIN GROUPIE, GEFANGENE FRAUEN und DER TEUFEL IN MISS JONAS.

„Gina, den braunen Bomber möchte ich verzupfen! Arrangierst du das?“

Fazit:
In farbenprächtiges Licht getauchter Schweinkram. Schick und doof.

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