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Janet hat es auf der politischen Ebene weit nach oben geschafft, das Amt der britischen Gesundheitsministerin soll es werden. Das gilt es zu feiern und so lädt sie ein paar Freunde und Bekannte zu sich und ihrem Mann nach hause ein.
Und wie es für theaterhaft anmutende Kammerspiele Usus ist, eskaliert die Gesellschaft auf die ein oder andere Weise. Es kommen Geheimnisse ans Licht, Zwischenmenschliches wird infrage gestellt und vielleicht wartet für manche am Ende eine Katharsis.

Geschrieben und inszeniert von Sally Potter ist ihr mit „The Party“ ein netter Vertreter dieses Subgenres gelungen, das unterschiedliche Charaktere zusammenbringt und aufeinanderprallen lässt. Die unterschiedlichen Sichtweisen setzen langsam das Drama in Gang, bis es zum ersten Knall kommt. Und trotz der Laufzeit von nur knapp 70 Minuten dauert es etwas, bis die Chose in Gang kommt, dann aber geht sie steil. Keine konstante Entwicklung, was dem Szenario den Spannungsaufbau raubt. Hinzu kommt, dass das Publikum bezüglich eines Charakters einen Wissensvorteil hat, dieser aber nicht in die Handlung integriert wird. Sowas ist ärgerlich, schwelt es doch permanent vor dem geistigen Auge, in welche Richtung es sich dann entwickeln könnte.

Auf der anderen Seite gelingt Potter eine streckenweise unterhaltsame und gut geschriebene Demaskierung einer (ab)gehobenen Gruppe, in der aber keiner als Sympathieträger taugt. Durch die Bank gut besetzt und gespielt, schwankt das Interesse an den Figuren fast minütlich hin und her. Auch hat die humoristische Seite bei mir nicht so recht gezündet.
Die Schlusspointe ist noch ein netter Rausschmeißer, wobei es hier erst so richtig losgehen dürfte. Doch dann rollt schon der Abspann.

In klarem Schwarzweiß gehalten wie so manche sich im Laufe der Zeit entwickelnde Gegenüberstellung der Figuren, die wiederum aber auch in die Grautöne rutschen. So ergibt sich ein Bild, schön anzusehen, aber mit zu wenigen sich entfaltenden Details. Dafür hätte es mehr Zeit gebraucht.

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