*** SPOILERWARNUNG ***
Einen Monat nach den Ereignissen in New York fristet Carl Denham ein zurückgezogenes Dasein in einem kleinen Apartment. Er versteckt sich vor den Konsequenzen seiner gescheiterten Sensation und vor den Gläubigern, der Presse und einer Reihe von Gerichtsvorladungen. Da passt es ihm ganz gut, dass Kapitän Englehorn ihn kontaktiert und einen Ausweg anbietet. Denn der Skipper wird ebenfalls verfolgt.
Der Erfolg von „King Kong“ (1933) ließ Mitregisseur Ernest Schoedsack im gleichen Jahr noch eine direkte Fortsetzung inszenieren. Diese schlägt einen anderen Ton an, was laut Ruth Rose (Drehbuch) auch so beabsichtigt war. Man wusste, dass man den Erstling nicht übertreffen kann, also machte man diesen hier einfach etwas anders und streute mehr Humor ein. Dazu kam ein verringertes Budget und somit auch weniger Außen- als vermehrt Studioaufnahmen, weiterhin die knappe Laufzeit von 70 Minuten. Das hat zur Folge, dass das Sequel durch Aufbau und Geschichte nicht mehr so abenteuerlich wirkt wie sein großer Vorgänger.
Die Gewichtung der Akte ist für solch einen Film nicht gut austariert. Hier lässt man sich bis zum Erreichen der Insel auch mal den halben Film Zeit, muss dann wohl viel nachholen und konstruiert noch eine aufgesetzte Romanze, die nicht recht funktionieren will.
Auch inszenatorisch ist nicht alles rund. Da blendet man mitten in einem Bedrohungsszenario ab und erzählt erst mal eine Weile woanders weiter. Denhams schlechtes Gewissen wegen Kong (Senior) wird des Öfteren thematisiert, was der Figur etwas mehr Profil gibt. Wenn es aber um einen Inselschatz geht, bedient man sich wieder gerne, sodass es mit der moralischen Reifung doch nicht weit her ist.
Zwar gibt es auch hier wieder einige Effektsequenzen, die handwerklich auch in Ordnung gehen, aber wirkt vieles hier eine Nummer kleiner. So geht es nicht nur bei der Monsterkloppe weniger aufregend zu, auch die Sets sind weniger beeindruckend geraten.
Der Ton ist insgesamt freundlicher und Kong Junior wird sichtlich dergestalt präsentiert, dass er sympathisch wirken soll. Am Ende lässt ein Erdbeben die Insel noch schnell untergehen, was nett aussieht, aber wie eine Notlösung wirkt. Geradezu tragisch hierbei, dass Kong Junior dem Mann, der für das Verderben seines Erzeugers mitverantwortlich war, noch das Leben rettet und das eigene verliert.
Robert Armstrong nimmt seine Rolle als Denham wieder auf, ebenso Frank Reicher als Kapitän und Victor Wong als Charlie. Neu im Boot sind neben John Marston als schurkischem Helstrom, von dem Denham die ursprüngliche Karte hatte, und Helen Mack als Hilda Petersen. Sie macht dabei keine allzu glückliche Figur, ihr Spiel wirkt hölzern.
„Son of Kong“ ist ein mediokrer Schnellschuss, der so seine Schwachstellen hat. Zwar wieder mit ein paar netten Tricksequenzen ausgestattet, vermag er mit anderer Tonalität und vielseitiger Reduzierung kein weiteres Erstaunen zu produzieren.